Immer mehr Ärger

Mauer in Felsberg akut einsturzgefährdet: Schutzwall verengt Gehweg

+
Warnbaken und Betonteile: Die stehen seit Donnerstagnachmittag auf dem Gehweg an der Niedervorschützer Straße in Felsberg, weil die Mauer akut einsturzgefährdet ist. Für Fußgänger ist die Situation jetzt noch gefährlicher geworden. Diese junge Mutter hatte Mühe, mit dem Bollerwagen und ihrem Kind an den Betonteilen vorbeizukommen. Foto: Schaake

Felsberg. Immer mehr Ärger mit den maroden Basaltstein-Mauern an der Landesstraße in Felsberg: Jetzt ist die Mauer an der Niedervorschützer Straße gegenüber dem Schweinestall des Bauernhofes Fenge akut einsturzgefährdet. Der Gehweg am Obertor ist schon seit November gesperrt.

Am Donnerstagnachmittag haben Mitarbeiter der Straßen- und Autobahnmeisterei Gudensberg fünf große Betonteile auf den Gehweg an der Vorschützer Straße gestellt. Die einen Meter langen und am Fuß 60 Zentimeter breiten Elemente von Betongleitwänden alten Modells sollen verhindern, dass lose Basaltsteine auf den Bürgersteig fallen. Ein Vermessungsteam hatte am Donnerstagvormittag nach Informationen der HNA festgestellt, dass „Gefahr im Verzuge ist“. Daraufhin wurde sofort die Straßen- und Autobahnmeisterei informiert.

„Das war nun schon die dritte Vermessungsaktion“, sagen Felsberger. Am Donnerstag ging es dem Vernehmen nach darum, festzustellen, wie lang die Basaltsteine sind, wie tief sie in der Wand stecken. Dabei soll sich herausgestellt haben, dass die Mauer an einer Stelle akut einsturzgefährdet ist - deshalb die Notsicherung.

Eng und gefährlich

Die ist allerdings sehr problematisch: Den Fußgängern steht jetzt nur noch eine Gehwegbreite von 70 Zentimetern zur Verfügung. Für Eltern mit Kinderwagen wird es ganz eng. Und gefährlich. „Das ist ein untragbarer Zustand“, sagte eine junge Mutter am Donnerstag. Und eine andere Mutter, die per Bollerwagen mit ihrem Kind unterwegs war, sagte: „Das war vorher schon eine ganz gefährliche Ecke, nun ist es noch gefährlicher.“

Diese Mauer hat an verschiedenen Stellen dicke Bäuche. Zwischen den losen Steinen rieselt Erde heraus. Viele Steine sind so locker, dass man sie ohne Mühe mit der Hand herausziehen könnte. Eine Sprecherin der Straßenmeisterei Gudensberg sagte am Freitag auf HNA-Anfrage, durch starke Regenfälle habe die Erde gegen die Steine gedrückt. Viele sind allerdings schon sehr lange locker, wie die Felsberger wissen, und nicht erst seit Donnerstag.

Bereits im November war der Gehweg am Obertor zwischen den Häusern Maifarth und Paschedag gesperrt worden. Fußgänger müssen auf die andere Seite wechseln.

Im Februar hatte der Felsberger Ortsbeirat festgestellt, dass ein Überqueren der Fahrbahn nur unter höchster Gefahr möglich sei. Die Stadt war aufgefordert worden, schnellstmöglich für Sicherheit zu sorgen. Erst Anfang April wurden entsprechende Schilder aufgestellt - Tempo 30 und der Hinweis darauf, dass Fußgänger in beiden Richtungen die Fahrbahn wechseln.

Zeit zum Handeln

Das Problem: Das Land hat bisher trotz mehrfacher Besprechungen und Ortstermine nicht geäußert, wann und ob es überhaupt Geld für die Sanierung der Mauern gibt. Die SPD Felsberg hatte in dieser Woche erklärt, da sich keine Lösung des Problems abzeichne, sei es nun Zeit zum Handeln. Der Magistrat solle Herr des Verfahrens werden, da bisher seitens des Landes keine konkreten Lösungsvorschläge in Sicht seien. In Felsberg fragt man sich: Geht es nun schneller, seitdem an der Niedervorschützer Straße Gefahr im Verzuge festgestellt worden ist?

Von Manfred Schaake

  

Hintergrund:

Gehwegbreite entspricht nicht der Norm 

„Wir werden noch heute mit der Stadt Felsberg sprechen, weil die Breite des Gehweges nicht mehr der Norm entspricht“, sagte Freitagfrüh eine Sprecherin der Straßen- und Autobahnmeisterei Gudensberg auf Anfrage. Damit man mit einem Kinderwagen gefahrlos über den Bürgersteig gehen könne, sei eine Mindestbreite von einem Meter erforderlich. Man wolle mit der Stadt klären, ob sie an dieser Stelle Tempo 30 anordne - auch für den Fall, dass im Notfall mal ein Fußgänger auf die Straße treten muss. Die ist an dieser Stelle ohnehin gefährlich eng - zwei Lastwagen oder Busse können sich nicht begegnen. Zur Frage, ob und wann es Geld für die Mauersanierung gebe, heißt es nur: „Das ist ein laufendes Verfahren.“

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare