Studenten suchten nach Überresten der Vorburgfestung

Ausgrabungsarbeiten beendet: Keine vollständige Mauer rund um Hohenburg 

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Homberg. Die Geschichte der Homberger Hohenburg muss nicht neu geschrieben werden. Das steht nach der Grabung von Studenten der Universität Bamberg fest. Mit Messgeräten und Schippen suchten sie an vier Stellen im Erdreich nach Überresten einer alten Mauer - der Vorburgfestung.

Heute werden die Arbeiten beendet. Zu Tage gefördert haben die Studenten und der Leiter der Ausgrabung, Marius Kröner, in Kleinstarbeit einige kleine Schätze - wie etwa einen Eselkiefer, einen Pfeifenkopf aus dem 18. Jahrhundert und das Unterteil eines Tongefäßes - aber keine riesigen Funde, wie Kröner betont. Und eine Erkenntnis: Die Mauer verlief nicht wie vermutet, komplett um den Nordteil der Burg. „Sie wurde zwischen den Toren wieder an die Burg herangeführt“, so Kröner.

Zick-Zack-Muster 

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Hintergrund der Grabungen sind Grundrisszeichnungen des Topographen Wilhelm Dilich und ein Kupferstich von Johann-Daniel Homagius aus dem Jahr 1648, die eine Vorburg mit einer Mauer im Zick-Zack-Muster zeigen. Landgraf Moritz soll sie vor dem 30-jährigen Krieg - zwischen 1610 bis 1620 - als Schutz errichtet haben lassen. Doch scheint die Mauer tatsächlich nicht ganz so verlaufen zu sein, wie sie in dem Kupferstich abgebildet ist. Und auch das komplett von einer Mauer umgebene Burgmodell im Museum der Burgberggemeinde stimme nicht ganz.

„Das Wissen über die Burg wurde durch die Grabungen um einen großen Teil erweitert“, sagt Hans Skamel von der Burgberggemeinde. Deutlich wurde aber auch, dass durch Arbeiten am Erdreich in den Jahren um 1940 wenige der historischen Schichten erhalten blieben. „Manche Stellen waren wie leergefegt“, beschreibt Kröner. Herausgefunden wurde aber, dass die Hohenburg massiv beschossen wurde. „Wir haben eine Musketenkugel gefunden, die auch abgefeuert wurde. Und Reste von einem Mauersturz“, erklärt Kröner und deutet auf die Ausgrabungsstellen gleich gegenüber dem Parkplatz am Fuße der Burgmauer. Um aber festzustellen, wie genau die Bastion verlief, müsste man eigentlich weitere Grabungen machen. Doch das wäre nicht nur ein großer Zeitaufwand, sondern auch teuer. „Wir sind froh, dass wir an einer Stelle die Reste der Mauer entdeckt haben“, sagt Kröner und Skamel nickt ihm zu. Allerdings ist diese Fundstelle direkt vor der Gaststätte, neben der Kanäle verlaufen. „Vermutlich wurde beim Verlegen der Kanäle und des Fettabscheiders viel im Erdreich kaputt gemacht“, so Kröner. Daher werde der ganz genaue Verlauf der Mauer ein Rätsel bleiben.                                    

Auf großes Interesse seien die Grabungen bei den Hombergern gestoßen. Täglich seien bis zu 60 Besucher dazu gekommen.               

Münzen und Stümpfe 

Vom Mittelalter bis in die Moderne reichen die Funde. „Becherreste aus dem 14. Jahrhundert, Münzen, Ofenkacheln, Glas- und Plastikflaschen sowie Nylonstrümpfe.“ Sie alle werden im Museum landen. Selbst die Nylonstrümpfe. „Es ist legitim, auch neuzeitliche Funde zu archivieren. Auch sie belegen einen Zeithorizont. In 200 Jahren interessiert sich vielleicht jemand dafür“, so Kröner.

Für die Studenten war der Einsatz in Homberg zugleich eine Lehrgrabungen. „Sie lernen hier ihr Handwerk“, so Kröner. Wenn sie heute ihre Arbeit beenden, dann ist der Einsatz in Homberg für sie noch lange nicht vorbei: Für sie beginnt jetzt die Schreibtischarbeit. Die Grabung wird dokumentiert. „Danach sehen wir noch klarer“, so Kröner.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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