Schüler der Drei-Burgen-Schule helfen Senioren bei Bildbearbeitung und Emailkonten

Maus-Klick in Zeitlupe

Probleme beim E-Mail-Konto: Janosch Hahn hilft dem 71-jährige Kurt Spitschan beim Anlegen einer neuen E-Mailadresse. Foto: Holscher

Felsberg. Mit schnellen Klicks fährt Schüler Tim Bergmann über den Bildschirm, öffnet ein Foto und verkleinert die Pixelzahl. „Computer funktionieren ganz einfach, sie bestehen nur aus Einsen und Nullen“, erklärt er der 75-jährigen Karin Fischer. Sie sitzt staunend und etwas konsterniert neben dem 15-Jährigen. „Das ist doch viel zu schnell, das bringt dann nichts. Erklär das bitte nochmal“, sagt Fischer.

Der Schüler und die Rentnerin sind Teil des PC-Kurses, der vom Mehrgenerationenhaus in Zusammenarbeit mit der Drei-Burgen-Schule Felsberg angeboten wird. Die Schüler unterrichten PC-Interessierte ab 50 Jahren. Und es funktioniert. Einmal die Woche treffen sie sich, diskutieren Probleme und finden dann meist zwischen Pixeln und MB-Größen doch noch zu einer gemeinsamen Sprache.

Angst schwindet

„Mit 72 Jahren hab ich angefangen, mich für Computer zu interessieren. Ich bin schon ein wenig stolz, dass ich mit 75 Jahren jetzt gut damit umgehen kann“, sagt Fischer. Sie nutzt den PC, um Bilder zu bearbeiten und per Mail zu verschicken. „ Am Anfang hatte ich Angst, etwas kaputt zu machen und vor Computerviren“, sagt sie.

Tim hilft den Senioren gerne bei ihren Problemen. Manches müsse man langsamer erklären, auch mal doppelt, aber die Arbeit mit den älteren PC-Nutzern mache ihm viel Spaß, erklärt Tim.

Die Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses, Nicole Löchel-Tschirner, und Schulleiter Dr. Dieter Vaupel freuen sich über den erfolgreichen Kurs. „Die Schüler haben sich sofort freiwillig gemeldet. Wir hatten sogar mehr Schüler, die helfen wollten, als Senioren, die sich für den Kurs angemeldet hatten“, sagt Vaupel.

In einer anderen Ecke des Computerraumes lösen der 15-jährige Janosch Hahn und der 71-jährige Kurt Spitschan ein Email-Problem am Laptop. „Ich habe eine Mail mit einer Einladung bekommen und wollte darauf antworten. Doch ich wusste nicht, wie ich die Emailadresse in die Adresszeile einfügen konnte“, erklärt Spitschan. Jetzt haben beide einen neuen Eintrag im Adressbuch angelegt, worauf Spitschan zurückgreifen kann.

Individuelle Betreuung

Er habe auch mal einen Vhs-Kurs gemacht. „Doch da waren die Wissensunterschiede zu groß, da stand ich auf dem Schlauch“, sagt er. Hier sei es individueller und dem Wissenstand angepasst. Schließlich betreut ein Schüler einen Senioren.

„So ein Betreuungsverhältnis würden wir uns auch in der Schule wünschen“, sagt Schulleiter Vaupel lachend. HINTERGRUND

Von Max Holscher

Quelle: HNA

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