Keinesfalls über die Toilettenspülung

So werden abgelaufene Medikamente richtig entsorgt

Nach der Rückrufaktion des blutdrucksenkenden Medikaments Valsartan wegen Verunreinigung Anfang Juli standen viele Patienten vor dem Problem, was sie nun mit dem Präparat machen sollen.

Entgegen der landläufigen Meinung sind und waren Apotheker nie verpflichtet, Altmedikamente anzunehmen. Patienten müssen abgelaufene Medikamente selbst im Restmüll entsorgen.

„Jeder Apotheker kann selbst entscheiden, ob er Medikamentenmüll annimmt und auf eigene Kosten entsorgt“, sagte Apothekerin Johanna Hauser von der Landesapothekerkammer (LAK) Hessen.

Abgelaufene Medikamente über Dienstleister entsorgen

Allerdings habe es bis vor wenigen Jahren einen Dienstleister gegeben, über den die Apotheken die Altmedikamente entsorgen lassen konnten. Seit der Rücknahmedienstleister Remedica den Betrieb eingestellt hat, weil die kostenlose Abholung der Medikamente wegen der geringen finanziellen Unterstützung der Hersteller nicht fortgeführt werden konnte, müssen auch die Apotheken die zurückgenommenen Medikamente im Hausmüll entsorgen, erklärte Hauser weiter.

Alte Medikamente entsorgen: In der Restmülltonne

„Es ist aber tatsächlich so, dass viele Kollegen weiterhin diesen Service für Ihre Kunden anbieten“, sagte die Apothekerin der LAK. Die Entsorgung von Arzneimitteln darf auf keinen Fall über die Toilettenspülung oder das Abwassersystem (Spüle) erfolgen. Das gilt auch für flüssige Arzneiformen (Tropfen, Säfte). Uwe Pietsch, Geschäftsführer der Abfallentsorgung im Kreis Kassel: „Medikamente können über die Restmülltonne entsorgt werden. Sie werden nachfolgend verbrannt. Dabei ist zu beachten, dass die Altmedikamente nicht obenauf liegen, sondern mit Abfall bedeckt werden. Dies minimiert den Missbrauch durch Medikamentenabhängige oder durch Kinder.“ Wer möchte, könne Altmedikamente auch im Schadstoffmobil abgeben. 

Flüssige Medikamente entsorgen

Flüssige Arzneimittel werden in der Flasche, beziehungsweise Tabletten im Blister über den Hausmüll entsorgt. Hierbei ist zu beachten, dass der Müllbeutel fest verschlossen ist, die Altmedikamente sollten auch nicht sichtbar sein, damit sie nicht in die Hände Unbefugter gelangen können. Durch die Verbrennung des Restmülls ist eine rückstandslose Vernichtung der Arzneimittel gewährleistet. Die Verpackung (Umkarton, Packungsbeilage) kann normal (Papiermüll) entsorgt werden. Leere Blister (Grüner Punkt) gehören in den Gelben Sack. So wird eine sinnvolle Verwertung des Verpackungsmaterials gewährleistet. 

Wer sicher gehen will, kann Medikamente auch am Schadstoffmobil des Landkreises Kassel abgeben. Standortinformationen zum Schadstoffmobil:www.abfall-kreis-kassel.de

Valsartan-Rückruf: Alle Informationen rund um den Rückruf von Blutdrucksenkern finden Sie hier.

Quelle: HNA

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