Kritik an desolatem Gebäudezustand

Mediziner verlassen Wolfhager Ärztehaus

Wolfhagen. Bei der ärztlichen Versorgung im Wolfhager Land stehen Veränderungen an: Das Ärztehaus Wolfhagen an der Kurfürstenstraße wird nach rund 40 Jahren von allen Mediziner verlassen.

Früher praktizierten hier Zahnärzte, Kinderärzte und ein Allgemeinmediziner. Derzeit ist nur noch der Zahnarzt da. Und auch der wird zum Ende des Jahres umziehen: „Wir bauen derzeit am Teichberg und werden Anfang 2014 neu eröffnen“, sagt Dr. Thomas Blößer.

Seit dieser Woche ist die Kinderarztpraxis des Ärztepaares Becker verwaist. Die Nachfolgerin Dr. Stefanie Diehl hat mit einer Kollegin ihre Praxisräume aufs Dorf verlegt. Sie erhielt bei dem Umzug in die Alte Schule in Istha Unterstützung von der Stadt Wolfhagen. Lediglich die Sonnenapotheke im Erdgeschoss des Ärztehauses bleibt am Standort. „Für uns ist das hier in Ordnung“, sagt Karl-Heinz Schubert.

Erster Stadtrat Robert Kessler, der Diehl bei der Suche nach Praxisräumen unterstützt hat, nennt den desolaten Gebäudezustand des Ärztehauses als Grund für den Weggang der Ärzte. Die Kinderärztin: „Es gab auch Verhandlungen, die immensen Nebenkosten zu mindern. Leider ohne Erfolg. Ich hatte eigentlich vor, in Wolfhagen zu bleiben.“ Von Seiten des Eigentümers, einer Erbengemeinschaft aus Frankfurt, war zu diesem Thema und zur Zukunft des Hauses nichts zu erfahren.

Das Kinderarzt-Ehepaar Becker hat bisher auch die Neugeborenen in der Wolfhager Kreisklinik betreut. Nach Auskunft von Pressesprecherin Inga Eisel werde Beckers Nachfolgerin die Vorsorgeuntersuchungen im Krankenhaus künftig übernehmen. Nachdem bereits zwei Praxen keinen Nachfolger gefunden haben, wird sich die Situation bei den Allgemeinmedizinern in Wolfhagen in diesem Jahr weiter verschärfen. Im Sommer schließt nach Auskunft der Kassenärztlichen Vereinigung eine weitere Praxis.

Quelle: HNA

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