Versorgungszentrum Schwarzenborn könnte Modell in Hessen werden

An der Kasse: Staatsminister Axel Wintermeyer (dritter von rechts) informierte sich bei Genossenschaftsmitgliedern und Mandatsträgern, hier an der Kasse von Ingeborg Pfeiffer, über das Modell, mit dem die Schwarzenborner ihren Laden betreiben. Der Genossenschaft übergab er 500 Euro. Foto: Grede 

Schwarzenborn. „Schwarzenborn wird heute von Wiesbaden aus mit Liebe überschüttet", scherzte Staatsminister Axel Wintermeyer beim Besuch in Schwarzenborn.

Denn nicht nur der Chef der Staatskanzlei und Demografiebeauftragte Hessens nutzte das Knüllstädtchen als Bühne. Er gab sich dort am Dienstag mit Umweltministerin Priska Hinz die Klinke in die Hand.

Beide machten sich ein Bild von den Ideen, mit denen die Bewohner Hessens kleinster Stadt gegen den Bevölkerungsschwund kämpfen.

Schwarzenborn ist inzwischen nicht nur in Wiesbaden berühmt, verdeutlichten die Minister. Die Stadt sei zur hessenweiten Vorbildkommune aufgestiegen, erklärte Wintermeyer.

Und das, was der Minister als „Demografie-Tourismus“ bezeichnete, machte den Schwarzenbornern gestern nicht die geringste Mühe; Bürgermeister Jürgen Kaufmann schien ganz und gar nicht im Minister-Stress zu sein. Er stellte den beiden Gästen Projekte vor, zum Beispiel den genossenschaftlich betriebenen Lebensmittelmarkt, mit denen sich die Stadt gegen die Auswirkungen des demografischen Wandels stemmt. Im Zusammenhang mit den Plänen der Stadt, künftig ein medizinisches Versorgungszentrum zu betreiben, zeigte der Chef der Staatskanzlei Flagge. Er versicherte den Schwarzenbornern, für sie als Vermittler zwischen Sozialministerium und Kassenärztlicher Vereinigung aufzutreten. Wintermeyer: „Man könnte ein Modellprojekt für den ländlichen Raum gestalten.“

Ministerin Hinz erfuhr bei ihrem Rundgang mehr über städtebauliche Themen: Und zwar am Beispiel des früheren Pfarrhauses am Fuße der Kirche. Das Haus war dem Land Hessen vermacht worden. „Auch die Stadt hat hier Interesse, es zu sanieren“, erklärte Kaufmann. Würden jedoch 100 000 Euro aus der Bundeskultustiftung fließen, würden die Mittel aus dem Stadtumbau gekürzt. Genutzt werden sollte das Haus später als Archiv und für Veranstaltungen. Gestrichen worden seien im Städteumbau auch Abrisskosten.

„Ich nehme ihre Probleme mit“, versprach Hinz. Kaufmann verdeutlichte, dass es wichtig sei, Infra- und Wirtschaftsstruktur vorzuhalten.

Beim Besuch des Genossenschaftsladens erklärte der Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Schneider: „Lebensqualität - die ist hier in Schwarzenborn zu haben.“

Von Sylke Grede und Sandra Rose

Quelle: HNA

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