Medlz aus Dresden nahmen Publikum mit auf cineastische Klangreise

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Nahmen die Zuschauer im Spiegelzelt mit auf eine cineastische Reise: Silvana, Maria, Sabine und Nelly von der A-cappella-Gruppe Medlz.

Wolfhagen. Vom schottischen Hochland bis in die Karibik und von J.R.R. Tolkiens Auenland bis in die Tiefen des Weltalls entführten die Medlz mit ihren Stimmen am Sonntag die knapp 300 Gäste im Kulturzelt.

Charmant und mit einer gehörigen Portion Witz, stellte die A-cappella-Gruppe ihr neues Programm „Bekannt Aus Film Und Fernsehen“ vor.

Nachdem die letzten Töne der Titelmelodie von Mission Impossible verklungen waren, begrüßte Frontfrau Sabine die Wolfhager und zeigte sich entzückt vom Ambiente des Spiegelzelts, in das sich die Damen in ihren glamourösen Roben gut einfügten. Vom ersten Moment an hatte sie das Publikum um ihren Finger gewickelt und konnte es fast überzeugen, dass das Lied „Engel“ aus einem Film mit Till Schweiger und Cosma Shiva Hagen stammt. Auf die Frage, wie denn der Film heiße, erntete die 33-Jährige allerdings nur ratloses Schweigen vom Publikum. Schmunzelnd gestand sie dann, dass es für diesen Film weder ein Premierendatum noch ein Drehbuch gibt, nur die Filmmusik haben die Medlz schon mal geschrieben.

Die Stimme der Zuhörer war an diesem Abend aber doch noch öfter zu hören. Ob als Hintergrundchor für das Dschungelbuch oder beim Quiz, immer wieder stellte das vorwiegend weibliche Publikum unter Beweis, das sie sich mit Film und Fernsehen auskennen. Aber auch schallendes Gelächter erfüllte öfters den Saal, etwa als das Quartett zu der Titelmusik von Star Wars einen Schaukampf mit Lichtschwertern ablieferte und Maria im breitesten Sächsisch verkündete „Ich bin deine Mudder“.

Aber auch musikalisch lieferten die Medlz Höchstleistungen ab. Besonders bei der Filmmusik zu „Das Boot“ und „Das fünfte Element“ zeigten sie, wie nur mit Stimmen komplexe Klangbilder entstehen können. Lediglich zwei Cajones, einige Rasseln und ein Gerät, das die Bassstimme verstärkt, unterstützen den Gesang des Vokalensembles.

Im Verlauf des Abends hatte jedes der Medlz die Chance, als Solistin zu überzeugen. Silvana präsentierte eines der wenigen selbstgeschriebenen Lieder, basierend auf einem Gedicht aus „Der kleine Hobbit“, Maria interpretierte mit zart schmelzenden Stimme die Ballade „The Last Unicorn“, und Melly gab auf Schwedisch Gabriella’s Song aus dem Film „Wie im Himmel“ zum Besten.

Bei den gefühlvoll vorgetragenen Liedern herrschte ergriffenes Schweigen und der ein oder andere Zuschauer verdrückte sogar eine Träne. Ganz anders beim „Fluch der Karibik“, das die klanggewaltige Reise durch die Filmgeschichte beschloss und dessen letzten Akkorde in donnerndem Applaus und den Rufen nach Zugaben versanken.

Von Michaela Pflug

Quelle: HNA

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