Erste Beratung schafft Überblick im Vorsorgedschungel – Verträge vergleichen

Ein Meer an Angeboten

Vorsorgen ja, aber was ist sinnvoll: Svenja Andresen aus Fritzlar lässt sich von Mark Kirchner und Nicole Ramus von der Kreissparkasse Schwalm-Eder beraten. Die meisten Banken und Versicherungen, aber auch unabhängige Verbraucherzentralen bieten Beratungen für die Altervorsorge an. Foto:  Wagner

Schwalm-Eder. Über ihre Rente hat sich Svenja Andresen noch keine Gedanken gemacht. Sie weiß aber, dass ihre gesetzliche Rente vermutlich sehr mager ausfallen wird, deswegen traf sie sich mit der Versicherungskauffrau Nicole Ramus von der Kreissparkasse Schwalm-Eder zu einem Beratungsgespräch, um sich einen ersten Überblick im Versicherungsdschungel zu verschaffen.

Andresen ist 29 Jahre alt, hat einen vier Monate alten Sohn, arbeitet als Bürokauffrau und verdient 2000 Euro Brutto im Monat (entspricht nicht dem tatsächlichen Gehalt), ist derzeit in Elternzeit, arbeitet sonst Vollzeit und wird im Jahr 2048 nach heutigen Berechnungen mit einer monatlichen Rente von knapp 900 Euro in den Ruhestand gehen.

Bis dahin vergeht noch viel Zeit, „die viele verschenken“, sagt Versicherungsexpertin Nicole Ramus. Denn wenn sich auf politischer Ebene nichts gravierend ändert, müssen die meisten Menschen vorsorgen, um nicht in die Altersarmut zu fallen. „Und je früher, desto besser“, sagt die Fritzlarer Versicherungskauffrau.

Mit 29 schon spät dran

Mit 29 Jahren sei Svenja Andresen spät dran. „Sie sollte jetzt mit der Riester-Rente starten“, sagt Nicole Ramus. Denn obwohl Svenja Andresen in Elternzeit ist und nur 65 Prozent ihres letzten Nettogehaltes zur Verfügung hat, könne sie die staatliche Zulage von jährlich 154 Euro plus 300 pro Kind nutzen. Dafür müsse sie den einheitlichen Sockelsatz von 60 Euro im Jahr zahlen. Sobald sie wieder arbeitet und ihr volles Gehalt bekommt, müsse sie 42,17 Euro im Monat (Beitrag Sparkasse) zahlen, um die volle Riesterförderung von 154 plus 300 Euro pro Kind zu erhalten, sagt Ramus. Zahlt sie bis 2048 ein, bekommt sie monatlich zu ihrer gesetzlichen Rente mindestens 178,69 Euro.

Je nachdem, wie sich die Zinsen entwickeln, könne die monatliche Ausschüttung auch höher ausfallen, aber nicht niedriger. „Riester-Sparer gewinnen immer. Am Ende sind alle eingezahlten Beiträge sicher“, sagt Stiftung Warentest. Für Svenja Andresen lohne sich noch die Vermögenswirksamen Leistungen.

Da ihr Arbeitgeber ihr das Angebot gemacht hat, bei einer zusätzlichen privaten Pensionskasse (Versicherung), zehn Euro draufzulegen (entspricht nicht dem tatsächlichen Betrag).

Als Beispiel: „Wenn Frau Andresen eine Pensionskasse für 50 Euro abschließt, zahlt sie 40 Euro und ihr Arbeitgeber gibt zehn Euro, wir zahlen ihr nach jetzigen Zahlen 149,41 Euro im Alter monatlich aus“, sagt Nicole Ramus. Auch bei Pensionkassen variieren die Ausschüttungen je nach Anbieter.

Ein Berg an Informationen, die sich Svenja Andresen erstmal durch den Kopf gehen lassen muss. Das ist auch wichtig, sagt die Stiftung Warentest, denn sobald ein Versicherungsvertrag abgeschlossen ist, ist ein Wechsel zu einem anderen Versicherer immer mit Kosten verbunden.

Von Heike Wagner

Quelle: HNA

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