Mehlwürmer als Leckerbissen: 16-Jähriger züchtet Bartagamen

Eine Bartagame in Positur: Die fransige Haut unter dem Kinn der Echse erinnert an Bartwuchs – daher der Name.

Altmorschen. Bartagamen liegen voll im Trend: Die australischen Echsen sind Spitzenreiter in heimischen Terrarien. Sie gelten als pflegeleicht, zutraulich und interessant. Das findet auch Jan-David Schröder aus Altmorschen.

Bei ihm geht es seit einiger Zeit besonders aufregend zu: Seine beiden Echsenweibchen hatten zusammen 29 Eier gelegt. Nach 52 Tagen schlüpfte das erste Echsenbaby, danach ging es Schlag auf Schlag.

Der 16-Jährige stellte sich nachts einen Wecker, um den Nachwuchs im Auge zu behalten. Die Eier, die von den Echsen in einer Sandhöhle im Terrarium abgelegt wurden, liegen in einem gut isolierten Brutkasten aus Styropor bei einer gleichbleibenden Temperatur von 28 Grad und mit 85 bis 90 Prozent Luftfeuchtigkeit.

Brut und Aufzucht finden getrennt von den Elterntieren statt, da es in einem Terrarium schwierig ist, die richtigen Brutbedingungen einzustellen. Außerdem kann es passieren, dass die erwachsenen Tiere die Eier auffressen oder sich mit den Jungtieren nicht vertragen.

Nach dem Schlüpfen werden die Jungtiere in einem eigenen Terrarium untergebracht. Erst nach einigen Tagen beginnen sie selbstständig zu fressen. Um den Morgentau auf Blättern im australischen Outback zu ersetzen, bietet Jan-David Schröder den Baby-Echsen in der ersten Lebenswoche mehrmals täglich Wassertropfen mit der Pipette an. Dabei jedem gerecht zu werden, ist bei den vielen quirligen Vierbeinern gar nicht so einfach.

Das Futter der Bartagamen besteht überwiegend aus Grünzeug: Kleeblätter, Löwenzahn, Basilikum, geraspelte Möhren, klein geschnittene Tomaten, Äpfel, Paprika, Bananen. Ab und zu gibt es für den Fleischanteil der Nahrung eine Heuschrecke oder eine Schabe.

Besonders beliebt sind Mehlwürmer, die aber aufgrund ihres hohen Fettgehaltes nicht so oft gefüttert werden sollten. „Das ist wie Schokolade“, erklärte der junge Echsenzüchter. Ein Vitamin-Mineralpulver, einmal in der Woche über das Futter gestreut, rundet die Ernährung ab.

Dass es seinen Tieren gut geht, erkennt Jan-David Schröder an ihrem Verhalten und ihrem Aussehen: Kranke Tiere hielten die Augen oft geschlossen und bewegten sich nicht viel. „Auch ihre Hautfarbe passen die Echsen ihrer Stimmung an“, berichtete er. Gefällt ihnen etwas nicht, fauchen sie und stellen ihren Bart, die Haut rings um den Kopf, auf.

Jan-David Schröder

Wichtig für das Wohlbefinden sind genügend Bewegung, Ernährung und die richtige Mischung von Licht und Temperatur. Die Tiere mögen es trocken und warm, als wechselwarme Tiere richten sie ihre Aktivität nach der Außentemperatur. So halten sie von November bis Januar Winterruhe, im Terrarium ziehen sie sich dazu in eine Höhle zurück.

Sie lieben den freien Auslauf im Haus oder in einem Gehege im Garten an warmen Tagen. Dazu lassen sie sich auch gerne anfassen, hochheben und unter dem Kinn kraulen. Sie sind zutraulich und beißen nach Jan-David Schröders Erfahrung nicht. Mit Futter angelockt lassen sich die Tiere nach einem Ausflug leicht wieder einfangen.

Die vielen Jungtiere möchte er demnächst an Freunde und den Zoohandel des nahe gelegenen Baumarktes abgeben. Weibliche Bartagamen können mehrmals im Jahr bis zu 40 Eier legen, ein Geschlechtsakt reicht zur Befruchtung mehrerer Eiablagen.

Buch-Tipp: „Bartagamen: Biologie, Pflege, Zucht, Erkrankungen“ von Karsten Grießhammer, Gunther Köhler und Norbert Schuster, erschienen im Herpeton-Verlag.

Quelle: HNA

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