Immer am ersten Mittwoch im Monat 

Mehr als ein nettes Treffen: Awo-Ortsverein bietet Frühstückstreffen in Treysa an 

Küchenteam nach dem Frühstückstreffen: Von links Reinhold Kuchler, Ella Naydorf, Heinz Schembier, Tatjana Tcherniakowskaja und Ludmilla Bronsthein. Foto: Quehl

Schwalmstadt. Kaffeegedecke, Thermoskannen und belegte Brötchen auf den langen Tischen, Mittwochvormittag im Haus für Gemeinschaftspflege in Treysa. Einmal im Monat kommen hier bis zu 40 Schwalmstädter zusammen.

Beim Awo-Frühstückstreffen geht es um deutlich mehr als ein nettes Beisammensein. Jedes Mal laden die Veranstalter einen Referenten ein, der sich mit der Lebenswirklichkeit der Teilnehmer in mindestens einer Facette besonders gut auskennt, zum Beispiel ein Rentenspezialist vom DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund), ein Rechtsanwalt mit Fachgebiet Mietrecht oder eine Vertreterin des Versorgungsamtes als Expertin für Schwerbehindertenrecht.

In den zehn Jahren seit Gründung des Frühstückstreffens ist eine beeindruckende Gästeliste zusammengekommen, wohl keine Sorge, die die hier Versammelten betrifft, ist unangesprochen geblieben, immer wird nachgefragt, diskutiert. Die meisten Teilnehmer beziehen Hartz IV-Leistungen oder Grundsicherung, viele sind erwerbsunfähig.

Ins Leben gerufen hat die Reihe vor zehn Jahren Heinz Schembier, ehemaliger Sozialamtsleiter Schwalm-Eder, der den Leuten mit seiner Expertise wie kaum ein anderer helfen kann. Nach wie vor ist er immer dabei, macht aber auch Hausbesuche oder berät die Menschen bei sich zu Hause.

Seit vier Jahren ist der Sozialpädagoge Reinhold Kuchler inhaltlich und organisatorisch für das Frühstückstreffen verantwortlich, wie sein Vorgänger natürlich ehrenamtlich. Er sagt ganz schlicht, dass es ihm um die Teilhabe der Menschen geht.

Willkommen ist grundsätzlich jeder, die meisten sind Mitglieder des Awo-Ortsvereins, und sie sind stolz darauf, ihre Mitgliedsgebühr zu zahlen. Viele zahlen monatlich – weil sie den Betrag in einem Jahresbatzen nicht stemmen können. Trotzdem ist die Awo angewiesen auf Spenden und Einkünfte zum Beispiel in Gestalt gerichtlich verhängter Strafgelder. Und die Awo ist froh über Spenden, denn neben dem Frühstückstreffen gibt es viele regelmäßige Veranstaltungen. Besonders wichtig sind vielen die Fahrten. Eine Tour zum Hessentag etwa könnten sich viele nie leisten. Der Mix aus Geselligkeit und Selbsthilfe ist das, was alle zusammenhält.

• Awo-Frühstückstreffen, immer am ersten Mittwoch im Monat in der Zeit von 10 Uhr bis 12 Uhr im Haus für Gemeinschaftspflege, Burggasse 7, Treysa.

Quelle: HNA

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