Schulleiter wollen Erziehungsberechtigte stärker in den Schulalltag einbeziehen

Mehr Einblick, mehr Interesse

Elternabende sind für viele Erziehungsberechtigte eher lästige Pflichttermine. Diese Erfahrung haben einige Schulleiter aus dem Schwalm-Eder-Kreis gemacht.

Doch was kann man tun, um das Interesse der Eltern für Schulthemen zu wecken? Wir haben uns umgehört, welche Strategien Erfolg versprechen.

Interessante Themen: Dass Elternabende oft schlecht besucht sind, liegt nach Meinung von Thomas Wiegand, Leiter der Gesamtschule Guxhagen, an den immergleichen Themen. „Berichte der Lehrer und Elternbeiratswahlen sind natürlich Pflicht. Den zweiten Elternabend im Jahr könnte man aber anders gestalten“, sagt er. Mit Tipps zur Hausaufgabenhilfe zum Beispiel. Einige Lehrer täten dies bereits, aber viel zu wenige.

Aktuelle Themen

An der Gustav-Heinemann-Schule in Borken sind themenbezogene Elternabende schon längst üblich. „Wir versuchen, Abwechslung in die Veranstaltungen zu bringen“, sagt Direktor Heinz Meier. Themen sind zum Beispiel Medienkonsum und Suchtprävention. Bei den Eltern komme das gut an.

Helfer im Schulalltag: Die Umfrage bei den Schulen im Schwalm-Eder-Kreis hat gezeigt: Wo sich Eltern aktiv am Schulalltag beteiligen, ist auch die Teilnahmequote bei den Elternabenden höher. So wie an der Ursulinenschule in Fritzlar. „Wir legen großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern“, erklärt Uwe Dietrichkeit, stellvertretender Schulleiter. Viele Eltern engagieren sich deshalb im Schulleben - in der Bücherei und bei der Pausenverpflegung.

Die Bemühung, Eltern für ehrenamtliche Tätigkeiten zu gewinnen, gibt es auch an der Carl-Bantzer-Schule in Ziegenhain. Dort werden laut der stellvertretenden Schulleiterin Heidrun Elborg gerade Ideen gesammelt. Viele Vorschläge seien von den Eltern selbst gekommen. Sie wollen bei Projektwochen mitmachen, den Gartenbereich gestalten oder bei Bundesjugendspielen mit anpacken.

Gut informiert: „Wir gehen offen miteinander um“, sagt Sieglinde Strieder, Leiterin der Burgsitzschule in Spangenberg. Das heißt: Eltern bekommen auf Wunsch einen persönlichen Einblick ins Schulleben, sie können den Unterricht besuchen, das Mensaessen testen und Kritik äußern. Mitglieder des Schulelternbeirats nehmen sogar regelmäßig an Fachkonferenzen der Lehrer teil. Denn wer gut informiert ist, hat auch mehr Interesse. Da ist sich die Schulleiterin sicher. Das gilt auch für die Gesamtschule Melsungen. Dort waren Eltern zum Beispiel an der Entwicklung der Schulordnung beteiligt.

Kontakte knüpfen: An der Ursulinenschule in Fritzlar kennen sich die Eltern der Schüler auch untereinander gut. Bei einem Familienwochenende, das jeweils die Fünftklässler, deren Eltern und Geschwister miteinander verbringen, können sie Kontakte knüpfen. Und das, so der stellvertretende Schulleiter Uwe Dietrichkeit, wirke sich positiv auf die Teilnahme an Elternabenden aus.

Von Pamela De Filippo

Quelle: HNA

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