Schul- und Stadtbibliothek Felsberg erhält Förderpreis der Sparkassen-Kulturstiftung

Mehr als eine Bücherei

Generationen zusammenbringen: Auch das ist ein Ziel, für das sich die Bücherei engagiert, etwa mit Vorleseaktionen in Zusammenarbeit mit dem Mehrgenerationenhaus. Dieses Angebot nutzen auch Waltraud Kaiser (85) und Johanna Becker (12). Fotos:  Féaux de Lacroix

Felsberg. Auf den ersten Blick wirkt die Bücherei in der Felsberger Drei-Burgen-Schule unscheinbar. Bücherregale, eine Computerecke, Tische und Stühle. Doch in der Bibliothek steckt mehr: Man kann dort nicht nur Bücher ausleihen, es gibt auch Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Seminare.

Für diese Vielfalt ist die Einrichtung jetzt ausgezeichnet worden – mit dem Förderpreis für Hessische Bibliotheken, der jedes Jahr von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen vergeben wird. Der Preis ist mit 1500 Euro dotiert.

Ehrenamtliche Arbeit

„Herzlichen Glückwunsch zu dieser Bibliothek“, sagte Jurymitglied Sabine Homilius an die Schüler und Schülerinnen gerichtet: „Die Schule bietet euch hier einen Schatz.“ Thomas Wurzel, Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung, sagte, die Bücherei setze sich besonders für Leseförderung ein, etwa durch zusätzliche Lesestunden im Stundenplan – das sei preiswürdig.

Eine Voraussetzung für den Preis: Die Bücherei wird ehrenamtlich geführt, seit der Eröffnung am 10. November 1981. „Damals waren wir sechs oder sieben Frauen, die hier mitgeholfen haben“, erinnert sich Hannelore Hesse, die von Anfang an dabei ist. Heute arbeiten 16 Frauen ehrenamtlich in der Bücherei, jeden Tag sind mindestens zwei von ihnen da. „Es helfen auch viele Mütter mit, die Teilzeit arbeiten und dann für uns ihren freien Tag opfern“, sagt Hesse.

Das zeigt: Den Felsbergern liegt die Bücherei am Herzen. Und zwar nicht nur den Schülern der Drei-Burgen-Schule und ihren Eltern – denn die Bibliothek ist sowohl Schul- als auch Stadtbücherei. „Die enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Stadt ist für uns etwas ganz Normales“, sagte Schulleiter Dieter Vaupel, und Bürgermeister Volker Steinmetz pflichtete ihm bei.

Die Schülerin Johanna Becker (12) nutzt die Bibliothek zum Beispiel, um sich auf Referate vorzubereiten: „Ich recherchiere nicht nur im Internet, sondern lese vieles auch in Büchern nach“, sagt sie. Aber sie leiht sich auch mal einen Schmöker für zuhause aus. Eine begeisterte Leserin ist auch Waltraud Kaiser. Die 85-Jährige kann jedoch nur selten selbst in der Bücherei vorbeikommen. „Aber meine Tochter bringt mir oft Bücher von hier mit“, sagt sie.

Die Bücherei will für alle Generationen da sein – und sie zusammenbringen. Deshalb arbeitet sie mit dem Mehrgenerationenhaus zusammen, organisiert Treffen, bei denen Schüler und ältere Menschen sich gegenseitig vorlesen. Auch dies war aus Sicht der Jury ein Grund, die Bücherei auszuzeichnen.

HINTERGRUND, DAS SAGT

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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