Samstag wird Bierbrauererfahrung über fünf Generationen gefeiert

Mehr als eine Schwälmer Marke: Die Brauerei Haaß wird 125 Jahre alt

Schwälmer Unternehmen mit Geschichte: Dieses historische Foto, das vermutlich um 1895 aufgenommen wurde, zeigt die Familie Haaß mit Personal aus der Landwirtschaft und Brauerei. Fotos/Repro:  Rose

Schwalmstadt. Die Schwälmer Brauerei Haaß wird 125 Jahre alt und braut noch heute Bier mit regionaler Identität.

Die Brauerei selbst besteht bereits 1820 und war vor den Toren der Stadt angesiedelt. In vierter Generation lenkt Eckhard Haaß (48) die Geschicke des Betriebes, aber auch die fünfte Generation - Sohn Paul (21) hat gerade seine Lehre zum Brauer und Mälzer beendet und wird demnächst seinen Meister machen - steht in den Startlöchern.

Ein Bild, das 1900 im Auftrag von Friedrich Haaß angefertigt wurde, zeigt, wie umtriebig es um die Jahrhundertwende zuging: „Einige Details sind geschönt“, erklärt Eckhard Haaß. Die Zufahrt zur Brauerei habe einem besseren Feldweg geähnelt und die im Hintergrund fahrende Eisenbahn habe es zumindest auf dieser Strecke zu jener Zeit noch nicht gegeben. „Die Strecke nach Hersfeld war geplant, aber noch nicht gebaut“, erzählt er.

Nichtsdestotrotz erlebte das Unternehmen mit dem jungen Braumeister Friedrich, damals 28-Jährig, einen beträchtlichen Aufschwung. 1905 wurde die Brauerei neu gebaut, die Mälzerei aufgegeben. Dabei erkannte Haaß, dass für die Herstellung eines hochwertigen Bieres eine gute Kühlung unerlässlich ist: Hier behalf man sich, indem man im Winter die Keller mit Eis aus den eigenen Teichen, aus der Schwalm und umliegenden Dorfteichen gefüllt wurden. In den Sommermonaten wurde ein Teil des Eises wieder ausgehackt und den Gastwirten zur Kühlung zur Verfügung gestellt.

Der Krieg brachte die Brauerei in ernste Schwierigkeiten, hervorgerufen durch Versorgungsengpässe und eine Kontingentierung von Gerstenmalz und Hopfen. Erst 1920 konnte wieder selbst gebraut werden. „Mein Ururgroßvater verbrachte nach dem Krieg eine Nacht im Knast, weil er auf dem Schwarzmarkt versucht hatte, Malz zu kaufen“, erzählt Eckhard Haaß.

Ab 1928 lagen die Geschäfte in Händen von Wilhelm und Rudolf Haaß - den Söhnen des Gründers. Friedrich Haaß - der Sohn Wilhelms - übernahm den Betrieb 1966. Bereits Anfang der 1960er-Jahre wurde expandiert, die erste vollautomatische Flaschenabfüllstraße installiert, ein neues Sudhaus gebaut - Läuterbottich und Braupfanne sind bis heute in Betrieb. Auch wuchs nach und nach der Fuhrpark, zu dem bis Ende der 1950er-Jahre noch Pferdegespanne gehörten. Es entwickelte sich zu dem das Zeltgeschäft: von anfänglich Holzzelten über Stahlzelte bis hin zu Aluminiumzelten.

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Quelle: HNA

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