Mehr Geld nur für Krippen in neuen Gebäuden

Schwalm-Eder. Die Praxis der Bezuschussung für neue Krippenplätze sorgt in vielen Kommunen dafür, dass neue Einrichtungen gebaut werden, statt bestehende Gebäude zu nutzen. Beispiele dafür gibt es im Landkreis, unter anderem in Fritzlar und in Borken.

Hintergrund ist eine Richtlinie des Sozialministeriums, in der die Zuschüsse geregelt sind. Danach gibt es Geld für jeden neuen Krippenplatz. Bis zum Jahr 2013 soll es so gelingen, für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze anzubieten.

Wird eine Kinderkrippe neu errichtet, gibt es einen Zuschuss von bis zu 14.500 Euro pro Platz. Wird eine bestehende Einrichtung nur umgebaut, werden maximal 4000 Euro bezahlt. Hinzu kommen in beiden Fällen 500 Euro für die Erstausstattung.

In Borken wurde vor kurzem eine komplett neue Krippe in der Nähe des Wasserturms gebaut, Kosten: 1,16 Millionen Euro. Es hätte durchaus die Möglichkeit bestanden, etwa das Kindergartengebäude in Trockenerfurth zu nutzen, sagt Bürgermeister Bernd Heßler. Doch dann hätte es nur die wesentlich geringere Förderung gegeben.

Heßler findet das ärgerlich, zumal Borken und andere Gemeinden bestrebt sind, die Innenstädte und die Dorfkerne am Leben zu halten.

Ähnlich ist die Lage in Fritzlar. Für 1,5 Millionen Euro wird eine Tagesstätte außerhalb der Innenstadt geplant, die die katholische Kirche betreiben will. Hätte die Gemeinde die bestehende Einrichtung St. Josef umgebaut und einen Anbau errichtet, wären zwei Millionen angefallen, sagt Stadtpfarrer Jörg Stefan Schütz, unter anderem wegen des Denkmalschutzes. Und es hätte weniger Zuschüsse gegeben.

Für das Ministerium gibt es eine klare Begründung für die Staffelung des Zuschusses. Neubauten seien einfach teurer als Umbauten, erklärte Sprecherin Susanne Andriessens auf HNA-Anfrage.

Quelle: HNA

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