Haushalt sanieren oder Rettungsschirm: Neuental braucht mehr Geld in die Kasse

Geldquellen: Neuental muss sparen und Geld in die Kasse pumpen. Gebühren und Abgaben werden steigen. Archivfoto: nh

Neuental. Das Leben in Neuental wird teuerer. Denn gleichgültig ob die Gemeinde unter den Rettungsschirm schlüpft oder den Haushalt aus eigener Kraft saniert: Gebühren und Abgaben werden erhöht.

„Damit werden wir keine Freunde gewinnen und uns nicht bliebt machen“, kommentiert Bürgermeister Kai Knöpper. Am Sparen gehe keine Weg vorbei. „Die Zeit des Weiter-so ist zu Ende.“ Um den Haushalt, in dem ein Loch von 780 000 Euro klaffte, auszugleichen gibt es nach Angaben von Knöpper drei Möglichkeiten.

Geht Neuental unter den Kommunalen Rettungsschirm, müssen jährlich 100 Euro pro Einwohner gespart werden. Das bedeutet: In den beiden kommenden Jahren müssen je 316 000 Euro und im dritten Jahr 152 000 Euro gestrichen werden. Danach muss die Gemeinde drei Jahre lang einen ausglichenen Etat vorlegen.

An welchen Positionen der Rotstift ansetzt und wie mehr Geld in die Kasse kommen könnte, bleibt dem Parlament überlassen. „Die Vorgaben des Rettungsschirms sind nur am Ergebnis orientiert“, erklärt Knöpper.

Um die harten Bedingungen des Rettungsschirms abzumildern, möchte Neuental den Etatausgleich erst im Jahr 2017 erreichen. Nach Darstellung von Knöpper sei dies ursprünglich das Ziel des Rettungsschirms gewesen. Ob Wiesbaden dem Wunsch folgt, sei nicht klar.

Abbau bis 2020

Der Ausweg hieße: Das Defizit bis 2020 abbauen. Umgerechnete müsste im Haushalt jährlich 94 000 Euro gespart werden. Einschnitte und Erhöhungen von Abgaben und Gebühren würden indes moderater ausfallen.

Doch gleichgültig, für welchen Weg sich das Parlament entscheidet, die Neuentaler müssen mehr zahlen. So sollen auf Vorschlag des Gemeindevorstands die Kindergartengebühren um zehn Euro erhöht werden. Auch dann werde die Gemeinde ein Defizit zu tragen haben. Keine Veränderungen soll es bei der Gewerbsteuer geben. Und Mehreinnahmen bei der Grundsteuer seien eher gering. Eine Steigerung um 50 Punkte bringe gerade mal 55 000 Euro in die Kasse, rechnet Knöpper vor.

Mehr Geld fürs Abwasser

Unumgänglich werde die Erhöhung von Wasser- und Abwassergebühren sein. Wie hoch sie ausfallen wird, steht noch nicht fest, doch im ersten Schritt werde jeder Neuentaler einen Euro pro Monat mehr zu zahlen haben.

Um die Finanzen zu ordnen hat sich der Gemeindevorstand nach Angaben von Knöpper für einen Ausgleich bis 2017 ausgesprochen. Und am Montag wollen die Parlamentarier hinter verschlossenen Türen in Dorheim darüber diskutieren. Klar ist eins: Das Leben in Neuental wird teurer werden.

Von Rainer Schmitt

Quelle: HNA

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