Ein Erfahrungsbericht

Mehr als Knöllchen verteilen: Unterwegs mit einer Ordnungsbeamtin

Melsungen/Felsberg/Malsfeld. Was macht eigentlich eine Ordnungspolizistin? Jedenfalls mehr, als nur Knöllchen zu verteilen. Wir waren einen Tag lang mit einer Ordnungspolizistin unterwegs.

Wenn sie durch die Straßen von Melsungen spaziert, bleibt sie nicht unbemerkt. Die dunkelblaue Uniform fällt auf und manche macht sie nervös. Sandra Greb ist Ordnungspolizistin. Bei manchen Menschen eine Berufsgruppe, die in ihrer Beliebtheit irgendwo kurz vor GEZ-Mitarbeitern rangiert. Trotzdem ist es Grebs Traumjob. Und der besteht aus weit mehr als nur Knöllchen an Parksünder zu verteilen.

Sandra Grebs Arbeitstag beginnt an diesem Dienstag im Büro. Sie beantwortet E-Mails und Postanfragen. Gegen zehn Uhr fährt sie zum ersten Außeneinsatz nach Felsberg. Greb will kontrollieren, ob zwei abgemeldete Autos entfernt wurden. Beide waren ordnungswidrig auf öffentlichen Grundstücken abgestellt worden. Und der Tag beginnt mit einem Erfolg, es herrscht gähnende Leere auf den Parkflächen. Die Halter haben auf die Aufforderung der Ordnungsbehörde reagiert.

Nicht auf dem Gehsteig: Falschparker in Felsberg.

Den Halter festzustellen ist gar nicht immer so einfach, erklärt die 36-Jährige. „Aber spätestens wenn das Auto abgeschleppt wird, können wir den Halter mit Hilfe der Fahrgestellnummer ermitteln. Manchmal machen es die Fahrzeughalter uns aber auch einfacher“, sagt Greb. Sie erzählt von einem Auto, in dem noch eine Krankmeldung des Halters zu finden war. Auch bei unerlaubter Müllablage habe die Nachlässigkeit der Übeltäter schon zu deren Entdeckung beigetragen. Etwa, wenn sich im Müll Kontoauszüge finden. Um effektiv zu arbeiten, werden auch gleich einige Strafzettel in Felsberg verteilt. Die drei Hilfspolizisten des Ordnungsbehördenbezirks decken ein großes Gebiet ab - Melsungen, Felsberg, Morschen, Malsfeld und Spangenberg. Für zehn Euro lohne sich das Herausfahren nicht, erklärt Greb.

Gleich sieben Autos sind in Felsberg teils oder gleich ganz auf dem Gehweg abgestellt. Jeder Halter wird in zwei bis drei Tagen einen Bescheid im Briefkasten haben. Klassische Knöllchen verteilen die Ordnungshüter allerdings nicht, denn inzwischen arbeitet das Ordnungsamt nicht mehr mit Zettel und Stift, sondern mit einem Smartphone und einer SpezialApp.

Zu den Aufgaben der Ordnungspolizei gehört neben der Kontrolle des ruhenden Verkehrs, die Kontrolle der Parkautomaten, Straßenreinigung und die Einhaltung der Kampfhundverordnung. Die Ordnungsbeamten treten auch als Zeugen bei Durchsuchungen der Polizei auf und ermitteln, wenn illegal Müll auf öffentlichen Flächen abgelegt wird. Zwischendurch beantworten sie auch zahlreiche Anfragen von Bürgern. Oft auch solche, die eigentlich gar nicht in ihren Aufgabenbereich gehören, weil es um eine Auseinandersetzung zwischen Privatpersonen geht.

Quelle: HNA

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