Ein Kunstwerk bleibt

Grudda-Ausstellung in der Gudensberger Innenstadt endet

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Hinterlässt Spuren: Künstlerin Carin Grudda.

Gudensberg. Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende: Die Kunstausstellung „Zwischen den Welten“ von Carin Grudda in Gudensberg war gut und sie endete am Wochenende.

„Alles geht einmal zu Ende, auch die wunderschöne Ausstellung, die wir zehn Wochen lang in Gudensberg hatten“, sagte Bürgermeister Frank Börner. Die Werke der internationalen Künstlerin hatten seit Mitte August über 7000 Besucher nach Gudensberg geführt.

Carin Grudda habe mit ihrer Kunst dazu beigetragen, die nordhessische Stadt ein gutes Stück weiter zu bringen und in der Welt ein wenig bekannter zu machen, betonte Börner und bedankte sich gleichzeitig bei der Künstlerin und allen, die der Ausstellung zum Erfolg verholfen hatten.

Oft habe er in die Gesichter der Betrachter von Gruddas Werken geschaut und ein Lächeln gesehen, beschreibt der Bürgermeister. Die ganze Stadt habe mitgeholfen, die Ausstellung zu einem Erfolg zu machen. Keine Verwaltung hätte das zustande gebracht, was die Bürger auf die Beine – oder besser, auf die Pfähle gestellt hatten. 1000 Pfähle zu bemalen und zu gestalten, so lautete die Aufgabe an alle.

Einem Abschlussfest in der Innenstadt machte jedoch das Herbstwetter einen Strich durch die Rechnung. Die letzten Führungen fielen ins Wasser. Davon ließen sich die Gudensberger den Spaß nicht nehmen und verlagerten den Hauptaktionsort in den Ausstellungsraum „Schlecker“, wo am Nachmittag die Gewinner des Fotowettbewerbs rund um die Werke der Künstlerin gekürt wurden. Der Fotoclub Gudensberg gab die Sieger bekannt, der erste Preis, eine handkolorierte Kaltnadelradierung der Künstlerin, ging an Martina Beyer-Heumann aus Kassel. Sie hatte eine Großaufnahme der Hände von Grudda aus dem Brunnen der Blauen Blume eingereicht.

Das Ende der einen Ausstellung ist gleichzeitig der Beginn einer Neuen. In den vergangenen Wochen hatten zahlreiche Workshops stattgefunden, in denen neue Kunstwerke entstanden sind, die sich an jene von Carin Grudda anlehnen. Möglichst bis zum Weihnachtsmarkt sollen diese zu sehen sein, sagte Elke Michel-Elbe vom Kulturbüro. Das wird aber nicht das einzige sein, was bleibt. In der nächsten Zeit können die Bürger mitentscheiden, welche Kunstwerke Gruddas die Stadt Gudensberg behält – eines wird auf jeden Fall bleiben.

„Ich habe mich geliebt gefühlt und ich liebe mein Gudensberg“, sagte Grudda zum Schluss. Und alle ihre Freunde, die aus vielen Teilen der Welt in ihre Heimatstadt gekommen waren, hätten den Ort ebenfalls lieb gewonnen.

Und auch wenn sich die Ausstellung von Carin Grudda nun erst einmal aus Gudensberg verabschiedet hat, es bleibt mehr, als nur ein Kunstwerk, denn Kunst sei eine Haltung. Sie zeige wie man in der Welt stehe, beschrieb die Künstlerin, und das tue man am besten mit einem Lächeln. Auch dieses Lächeln bleibt in Gudensberg.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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