Im Mädchenbus kann über alles offen gesprochen werden – Er machte Station in Mosheim

Mehr als nur ein Lückenfüller

Spiel, Spaß und Gespräche: Lena Wiegand (9), Ricarda Berlipp (9), Christin Reinhardt (10), Lara Keim (9) und Pauline Hanke (11) hatten viel Spaß beim Halt des Mädchenbusses in Mosheim. Foto: V. Koch

Mosheim. Viel Spaß hatten Mädchen zwischen neun und elf Jahren aus Mosheim im Mädchenbus. Der machte vergangene Woche in dem Malsfelder Ortsteil Halt. Auch über ernste Themen konnten die Mädchen dort bei Äpfeln und Schokolade mit den Vereinsfrauen des Mädchenbus Nordhessen sprechen.

Die erste Verliebtheit, Streit mit den Geschwistern und Probleme in der Schule waren dabei nur einige Themen. „Dadurch, dass wir nicht in die soziale Struktur des Ortes eingebunden sind, vertrauen sich die Mädchen uns an“, sagt Andrea Kohl, Projektleiterin des Mädchenbus. Dabei wird spielerisch mit den Themen, die die Mädchen bewegen, umgegangen.

Zu den Begriffen Mut, Liebe, Streit und Freundin überlegten sich Lena Wiegand, Ricarda Berlipp, Christin Reinhardt, Lara Keim und Pauline Hanke ein Theaterstück mit Handpuppen. Dabei schaute Kohl genau hin, wie die Mädchen mit diesen Themen umgehen. Danach wurde in lockerer Atmosphäre über die Probleme und Sorgen der jungen Mädchen gesprochen.

Gewalt, Depressionen und Sexualität – im Mädchenbus gibt es keine Tabu-Themen. „Wir Füllen eine Lücke“, sagt Kohl. Vor allem in ländlichen Regionen sind die Frauen vom Mädchenbus Nordhessen eine wichtige Anlaufstelle für Mädchen zwischen acht und 18 Jahre. Dort gibt es nach Angaben von Kohl häufig keine Angebote, die sich ausschließlich an Mädchen richten. Im Mädchenbus können sie einmal unter sich sein und ein paar Stunden ohne Jungs verbringen.

Vier Stunden macht der Bus in jedem Ort Station. Dabei sind die Mädchen in zwei Gruppen unterteilt. Am Nachmittag können Mädchen bis zwölf Jahre ausgelassen spielen und toben. Abends haben die Frauen des Mädchenbus ein offenes Ohr für die Sorgen und Probleme der Jugendlichen bis 18 Jahre. Themenschwerpunkte sind dabei Gewaltprävention und Gesundheitsberatung.

Bei einer „Wie-geht-es-mir“-Runde zeigen die Mädchen auf einem Würfel, wie sie sich fühlen, und erzählen, was sie gerade bewegt.

Thematisiert wird alles, „was die Mädchen selbst mitbringen“, sagt Kohl. „Am besten gefällt mir, dass wir uns selber aussuchen können, was wir machen wollen“, sagt die neunjährige Lara Keim. Mit vielen Spielsachen für draußen und drinnen ist der fast 40 Jahre alte Bus für die Wünsche der Mädchen bestens ausgerüstet. Außerdem gibt es zwei Computer-Plätze, eine Kochecke und zwei gemütliche Sitzecken.

Zweimal im Jahr kommt der Mädchenbus nach Mosheim. Der nächste Halt ist am Donnerstag, 13. September, an der Feuerwehr in Mosheim. Auch Lena, Ricarda, Christin, Lara und Pauline wollen dann wieder dabei sein. „Leider können wir nicht öfter kommen“, sagt Kohl. Dafür fehle das Geld, denn seit 2004 ist der Bus auf Spenden angewiesen. (yvk)

Weitere Informationen: www.maedchenbus.de

Quelle: HNA

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