Martin C. Herberg präsentierte in Wernswig ein facettenreiches Gitarrenkonzert

Mehr als ein paar Saiten

Virtuoses Spiel: Martin C. Herberg zeigte sein virtuoses Gitarrenspiel in der Alten Pfarrscheune in Wernswig. Der Musiker entlockte dem Instrument alles, was es zu bieten hat. Foto: Eberlein

Wernswig. Ein Konzert mit Gitarrist Martin C. Herberg konnte genießen, wer am Sonntagabend den Weg in die alte Pfarrscheune in Wernswig fand. Der Veranstaltungsort ist unter Kulturfreunden längst kein Geheimtipp mehr. Dort finden im besonderen Ambiente des historischen Gebäudeensembles unter anderem Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen statt.

Die „Landrosinen“ sorgen für ein abwechslungsreiches Jahresprogramm. Am Sonntag brauchte es nicht mehr als eine Gitarre und einen Mann mit tiefer Stimme, um das Publikum zu begeistern. Was der Musiker Martin C. Herberg darbot, beschränkte sich jedoch nicht auf klassische Gitarrenmusik. Mit ein wenig technischer Raffinesse und kleinen Helfern, wie einer Flöte, der Mundharmonika oder einer Rassel, wurde aus Musik eine klangliche Reise in unterschiedliche Regionen der Welt und der Fantasie.

Keine Grenzen

Der Gitarrist beschränkt sich weder räumlich noch stilistisch auf eine Region. Er präsentierte Balladen ebenso, wie lange, aus mehreren Episoden zusammengesetzte Stücke experimenteller Musik und besondere Coverversionen bekannter Klassiker.

Er erzählte mit seinen Eigenkompositionen Geschichten aus Irland und Spanien, zeichnete Flussläufe und Landschaften nach und ließ sogar die Polarlichter klanglich aufleuchten.

Er spielte leise, er spielte laut. Wer vor dem Konzert dachte, man nutzt nur die Saiten der Gitarre, um Musik zu machen, der wurde eines Besseren belehrt.

Der Name des Konzertes – „Gitarre total“ – war Programm. Manchmal ungewöhnlich, die ganze Zeit aber faszinierend, entlockte Herberg dem Instrument alles, was es zu geben vermag. Und dabei verschmolzen die beiden Akteure, Mensch und Gitarre, auf der Bühne zu einer Einheit. Das ist wohl kein Wunder, bei einer fast 40-jährigen musikalischen Laufbahn und – wie er selbst sagte – gefühlten 3700 Auftritten in Europa und Nordamerika; im November auch nochmal in der Region: in Bad Zwesten.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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