Warteliste für unter Dreijährige

Gemeinde investiert eine Million Euro in Kindergarten

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Der Kindergarten Villa Kunterbunt wird größer: Bürgermeister Thomas Petrich und Kita-Leiterin Jennifer Kalden präsentierten die Pläne in dieser Woche auch den Eltern.

Edermünde. Wer in Edermünde sein einjähriges Kind in der Kindertagesstätte betreuen lassen will, steht zurzeit auf einer Warteliste. „Unsere Gruppen für die Kleinen sind voll", sagt Bürgermeister Thomas Petrich. Deshalb hat die Gemeinde gehandelt.

Sie beginnt in diesen Tagen mit einem Umbau des Kindergartens Villa Kunterbunt, der direkt neben der Ernst-Reuter-Schule zwischen Holzhausen und Grifte liegt.

Das Gebäude, in dem momentan knapp 60 Kinder ab drei Jahren betreut werden, erhält Anbauten und wird energetisch saniert. Vor allem ein neuer Gruppenraum wird entstehen, der für die unter Dreijährigen gedacht ist. Sie sind es vor allem, für die zusätzliche Plätze geschaffen werden müssen.

Strukturelle Verschiebung 

Es gebe seit einiger Zeit eine deutliche strukturelle Verschiebung in der Kinderbetreuung, sagt Petrich. Zwar gehe die Zahl der Kinder in Edermünde leicht zurück, aber die Betreuungsquote steige. Das heißt, mehr Kinder werden für die Kindesgärten angemeldet - besonders bei den Jüngsten ab einem Jahr. „Deutschlandweit geht man von einer Betreuungsquote von 30 Prozent aus, in Edermünde liegen wir bei 70 Prozent“, sagt der Bürgermeister. Dazu kommen längere tägliche Betreuungszeiten, die gefordert werden.

Schon im vergangenen Jahr begannen die Planungen, „wir haben uns viele Gedanken gemacht und Möglichkeiten überlegt“, sagt Petrich. Der Anbau an die Villa Kunterbunt habe sich als beste Lösung herausgestellt. Im Haushalt für 2015 steht das Geld inzwischen bereit, es soll möglichst sofort begonnen werden, um bis Jahresende mit dem Umbau fertig zu werden, der eine Million Euro kosten wird. 375 000 Euro an Zuschüssen werden erwartet.

Für die Kinder bedeutet das: Sie werden ausquartiert. Der Umzug soll Ostern passieren, und zwar in das Dorfgemeinschaftshaus nach Grifte. Dort gibt es den Kindergarten Pusteblume.

Alle Räume im DGH sollen für die zusätzlichen Kinder genutzt werden, zudem ist ein Außenstandort mit Bauwagen auf einer Streuobstwiese bei Haldorf geplant. „Das funktioniert so ähnlich wie ein Waldkindergarten“, sagt Kindergartenleiterin Jennifer Kalden.

Mit der Erweiterung des Kindergartens geht eine konzeptionell und pädagogisch neue Ausrichtung einher. „Wir lösen die strikte Gruppeneinteilung auf, die feste Bindung eines Kindes an eine Gruppe gibt es nicht mehr“, sagt Kalden. Das ermögliche eine größere Durchlässigkeit, man könne besser auf die Bedürfnisse und Wünsche des Kindes eingehen. „Wenn eine Erzieherin einen Ausflug plant, können auch Kinder aus anderen Gruppen mitgehen.“

Planungssicherheit 

Mit dem neuen Konzept und dem Platzangebot sieht sich Edermünde gut aufgestellt. „Damit bieten wir den Familien, was sie brauchen“, sagt Petrich: Planungssicherheit, was die Betreuung ihrer Kinder angeht. Eine Warteliste soll es so schnell nicht wieder geben. Trotz Bevölkerungsrückgangs werde man das Platzangebot mindestens zehn Jahre lang in der Größe benötigen. Insgesamt bietet die Gemeinde mit der evangelischen Kirchengemeinde Besse 250 Betreuungsplätze in vier Kindergärten an.

Quelle: HNA

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