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Musik & Klang-Manufaktur „Allton“ zieht von Bad Zwesten nach Jesberg

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Von: Christina Zapf

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Silke Hausser hat im Klangmassage-Schaukelstuhl Platz genommen. An den außen angebrachten Saiten kann Caspar Harbeke zupfen.
Silke Hausser hat im Klangmassage-Schaukelstuhl Platz genommen. An den außen angebrachten Saiten kann Caspar Harbeke zupfen. © Christina Zapf

Die Manufaktur „Allton“ zieht mit ihrer Produktion von Bad Zwesten nach Jesberg um. Die „Klanggalerie“ im Kurort bleibt jedoch bestehen.

Die Manufaktur „Allton“ für Entspannung und Musik in Bad Zwesten zieht um. Neuer Produktionsstandort wird das Gebäude der ehemaligen Getränkequelle in der Industriestraße in Jesberg. Die „Klanggalerie“ in Bad Zwesten bleibt jedoch bestehen.

„Wir haben vor mehr als 30 Jahren angefangen, Musikinstrumente und Klangmöbel zu entwickeln“, sagt Caspar Harbeke. Zuerst waren es Rhythmusinstrumente, dann kamen Saiteninstrumente dazu und schließlich die besonderen Klangmöbel. „Die Nachfrage wurde immer größer“, erinnert sich der 61-Jährige. Und so entschied sich der Architekt letztlich, aus seinem Hobby eine Firma zu machen. Diese gründete er vor 31 Jahren. Der Name „Allton“ solle sagen, dass keine Töne ausgegrenzt werden.

Eingesetzt werden die Produkte der Manufaktur in unterschiedlichen Bereichen – unter anderem in der Pädagogik, der Therapie und der Pflege. Aber auch Unternehmen, die ihren Angestellten etwas Gutes tun möchten, kaufen die besonderen Möbelstücke. Bei Privatpersonen erfreuten sie sich ebenfalls zunehmender Beliebtheit. „Sie fahren dafür lieber einmal nicht in Urlaub“, sagt Harbeke.

Manufaktur Allton: Die Nachfrage stieg - das Unternehmen wuchs

Nachdem sie klein gestartet war, mieteten Silke Hausser und Caspar Harbeke ab 1996 für ihre Werkstatt eine Schreinerei in Sebbeterode an. „Es wurde immer mehr Platz gebraucht.“ Später wurde die Produktion auf drei Standorte in Bad Zwesten und Niederurff verteilt.

Künftig sollen sich die Herstellung und Entwicklung der Instrumente sowie Klangmöbel zentral an einem Ort befinden – in der Halle in Jesberg. Werkstatt, Versandlager, Holzlager und Formenbau befinden sich dann unter einem Dach.

Die neuen Räumlichkeiten böten auch neue Möglichkeiten und mehr Platz für frische Ideen. Für den Umbau der Halle erhalten Harbeke und Hausser finanzielle Unterstützung von der Leader-Region Kellerwald-Edersee. Denn sie müssen noch einiges investieren in Elektrik, ein neues Tor und Zwischenwände. Außerdem könnten nach dem Umzug zwei bis drei neue Mitarbeiter eingestellt werden. Aktuell sind es sieben. Und auch die Ausbildung zum Schreiner soll angeboten werden. Vom Umzug ausgenommen sind das Büro in Niederurff und die Klanggalerie in Bad Zwesten.

Klangmöbel von Allton: Holz ist der wichtigste Bestandteil

Silke Hausser ist Kunsttherapeutin. Die heute 64-Jährige hat in der Hardtwaldklinik II in Bad Zwesten gearbeitet, bevor sie es Harbeke gleichtat und sich rein auf Allton fokussierte. Die beiden ergänzen sich gut und sind mit ihrem Unternehmen erfolgreich. Sie haben eine besondere Marktnische entdeckt, die sie mit ihren Produkten perfekt bedienen. Unter anderem Bosch, die Kurhessen-Therme in Kassel, Musikschulen, die Elbphilharmonie in Hamburg und das Deutsche Museum in München gehören zu den Allton-Kunden. „Wir haben auch schon nach Kanada und Neuseeland geliefert.“ Die meisten Abnehmer für ihre Produkte gebe es jedoch in der EU.

Der wichtigste Grundstoff der Klangmöbel und Musikinstrumente ist Holz. Harbeke und Hausser setzen bei ihren Produkten auf Regionalität, Nachhaltigkeit und Qualität. „Es wird so gebaut, dass es lange hält“, sagt Harbeke.

Gut sei, dass immer mehr Menschen den Nutzen der Musikinstrumente, die von jedem ohne jegliche Vorkenntnisse bedient werden können, und der Klangmöbel erkennen. Die Produkte dienen der Regeneration, dem Stressabbau und der Entspannung. Die modernsten Musikressonanzliegen können an eine Musikanlage angeschlossen werden. Die Nutzer spüren die Klänge im eigenen Körper – das beruhigt. Harbeke und Hausser haben noch einiges vor, wollen ihre Produkte weiterentwickeln und denken noch nicht ans Aufhören – Allton sei ihre Berufung. (Christina Zapf)

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