Kreissynode befasst sich mit neuem Konzept für die Konfirmandenarbeit

Mehr Respekt für Jugend

Rudolf Möse

Elbenberg. „Konfirmandenarbeit ist ein Erfolgsmodell mit Verbesserungspotenzial.“ So umreißt Rudolf Möse, Vorsitzender der Synode des evangelischen Kirchenkreises Wolfhagen, das Ziel eines Prozesses, der am Freitag während der Kreissynode in Elbenberg eingeleitet wurde. Die Synodalen bekamen an diesem Abend die „Konzeption der Konfirmandenarbeit“ auf den Tisch - druckfrische 75 Seiten eines Entwurfes der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), erst im August erstellt.

Der Kirchenkreis Wolfhagen ist der erste in der EKKW, der sich mit mit dem inhaltsschweren Papier zur Neuorientierung und Modernisierung der Konfirmandenarbeit beschäftigt und eine Stellungnahme mit konkreten Vorschlägen für die Landeskirche erarbeiten wird. Ein Jahr ist nach Angaben von Dekan Dr. Gernot Gerlach dafür vorgesehen, bereits bis Ende Januar 2013 sollen die einzelnen Kirchenvorstände ihre Meinung äußern, im April findet eine Pfarrkonferenz zum Thema statt. Der Fachausschuss Kinder und Jugend des Kirchenkreises wird Stellungnahmen und Vorschläge sammeln und sichten, im Herbst wird die Synode abschließend beraten.

Egal, welche Ergebnisse die Arbeit am Konzept der Landeskirche im Detail bringen wird - eines steht für den Vorsitzenden der Synode und den Dekan im Vordergrund: Die Konfirmandenarbeit muss die jungen Menschen stärker wahrnehmen. Möse: „Die Lebenswirklichkeit der Konfirmanden ist nicht unbedingt die von uns Älteren.“ Die Situation der Konfirmanden - auch im Hinblick auf neue Medien und soziale Netzwerke - und ihre Wünsche sollten mit Respekt gesehen und berücksichtigt werden. Man müsse die Balance finden zwischen aktueller Lebensorientierung und Traditionen von Kirche und Glauben, die nicht verloren gehen sollen.

Im Konzept impliziert ist auch ein erweiterter Lernbegriff, der, so Dr. Gerlach, auch soziales und diakonische Lernen einbeziehe. Mehr Gewicht als bisher werde dabei auf Kompetenzorientierung gelegt: „Wir müssen Jugendliche auch selbst Verantwortung übernehmen lassen.“

Von Cornelia Lehmann

Quelle: HNA

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