Innungsobermeister fordert Bundespolitik zum Handeln auf

Mehr Sachlichkeit in der Diesel-Debatte gefragt

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Handlungsbedarf: So manches Dieselfahrzeug musste für ein Software-Update in die Werkstatt. 

Schwalmstadt. „Es beschleicht einen das ungute Gefühl, dass mit dem Dieselfahrverbot Wahlkampf auf den Rücken der Autobesitzer ausgetragen wird“, sagte Obermeister Alexander Schmalz (Ziegenhain) auf der Jahreshauptversammlung der Kraftfahrzeug-Innung Ziegenhain.

Dennoch gebe es auch Lichtblicke: Die neue Dieselgeneration mit der Abgasnorm EU 6 sei vom Fahrverbot nicht betroffen und gelte als weniger problematisch.

Trotzdem wird vor allem für ältere Dieselfahrzeuge über Fahrverbote diskutiert, nach Stuttgart nun auch in München. Hamburg lehnt ein Dieselfahrverbot ab, will aber zwei Hauptverkehrsstraßen für ältere Dieselfahrzeuge, die nicht der Abgasnorm EU 6 entsprechen, sperren. „Wenn das so weitergeht, blickt bald kein Mensch mehr durch, wo er welches Auto fahren darf“, kommentierte Schmalz. Er fordert die Bundespolitik zum Handeln auf. „Es muss klar sein, was gilt und was nicht. Dabei müssen sich die Entscheidungsträger von den Fakten leiten lassen und die Autofahrer dürfen nicht zum Spielball kommunalpolitischer Entscheidungen werden.“

Der Kunde wolle zu Recht wissen, ob er mit seinem Fahrzeug in die Innenstädte fahren könne und ob es für sein Fahrzeug der Schadensklasse EU 5 einen Nachrüstsatz gebe oder nicht.

Die Verunsicherung, die auch durch den VW-Dieselskandal einen zusätzlichen Schub erfuhr, schlägt sich auf den Absatz der Dieselfahrzeuge nieder. In Nordhessen gebe es keine Kommune, die ein Fahrverbot ausgesprochen habe, erläuterte der Obermeister. Dennoch gehe die Zahl der verkauften Dieselfahrzeuge zurück, vor allem in den Ballungszentren. Deutschlandweit sind 40,4 Prozent Dieselfahrzeuge und 56,8 Prozent Benziner zugelassen.

In ländlichen Regionen, wie beispielsweise Nordhessen, gibt es anwendungsbedingt mehr Diesel als Benziner. „Ich wünsche mir mehr Sachlichkeit in der Diskussion“, erklärte Schmalz. Aus dem Nutzmaschinenmarkt sei die leistungsstarke und verbrauchsarme Dieseltechnik kaum wegzudenken. Über den guten Ausbildungsstand berichtete Lehrlingswart Rudolf Pöltl (Treysa). Dies betreffe sowohl den Stand der Auszubildenden in den Betrieben als auch in der Berufsschule.

Die gute Werkstattausrüstung in der Schule biete optimale Bedingungen, um das theoretische Wissen auch praktisch umzusetzen. 

Quelle: HNA

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