VR-Bank erwirtschaftet 2,25 Mio. Euro Überschuss – keine weiteren Filialschließungen

Mehr Wachstum als geplant

Werner Braun

Schwalm. Besser als gedacht verlief für die VR-Bank Hessenland das Geschäftsjahr 2010. Statt der prognostizierten 2,5 Prozent, betrug das Wachstum der Bank 3,8 Prozent. Das Eigenkapital stieg auf 114 Mio. Euro. Die 37 100 Mitglieder können sich wegen der guten Entwicklung voraussichtlich über eine Dividende von sieben Prozent freuen. Nach Zustimmung der Vertreterversammlung würde die Genossenschaft 830 000 Euro ausschütten.

Weil auch die Prognose für 2011 mit einem fünf prozentigen Wachstum gut ist, zeigten sich die Vorstände bei der Vorstellung ihrer Bilanz erfreut. „Wir haben unsere Ziele bei Eigenkapital und Wachstum übertroffen und die weitere positive Entwicklung ist bereits im Januar spürbar“, sagte Vorstandsvorsitzender Helmut Euler. Kurz nach der Finanzkrise sei das keine Selbstverständlichkeit. Zuwächse habe es auch beim Kundenanlagevolumen (aktueller Stand: 1,4 Mrd. Euro) und deren Krediten (aktueller Stand: 731 Mio. Euro) gegeben.

Online-Geschäft verdoppelt

Auf dem Markt sieht sich die VR Bank-Hessenland zwischen Bodenständigkeit und Modernität. Obwohl das Geschäft über die Online-Konten seit 2008 verdoppelt wurde, spiele die Bedienung am Schalter eine wichtige Rolle.

Nachdem die VR-Bank Hessenland im Jahr 2010 zwei Filialen geschlossen hatte, darunter auch die in Niedergrenzebach, seien keine weiteren Zusammenlegungen der jetzt 29 Geschäftsstellen geplant.

Mit Blick auf die Schließung in Niedergrenzebach bedankt sich Vorstandsmitglied Werner Braun für das Verständnis der Kunden. „Die Geschäftsstellen Ziegenhain und Niedergrenzebach lagen 1200 Meter auseinander. Beide waren renovierungsbedürftig. In dieser Situation haben wir uns dafür entscheiden, den Standort Ziegenhain zukunftsfähig auszubauen“, sagte Braun. Viele Kunden bedauerten dies, könnten die Entscheidung aber nachvollziehen.

Deutlich distanzierten sich die Vorstände Werner Braun, Ralph Kehl und Helmut Euler vom Gebaren einiger „unanständiger Konkurrenten“: „Wir sind auf solides Wachstum und nicht auf kurzfristigen Profit aus.“ Ein Dorn im Auge sind Euler auch die Direktbanken. Ihr günstigen Konditionen seien nur möglich, weil sie sich der Infrastruktur (Filialen, Geldautomaten) der anderen Banken bedienen würden.

83 000 Euro für Vereine

Stolz sind die Vorstände auch auf das soziale Engagement der Genossenschaftsbank. So seien vergangenes Jahr allein in der Schwalm über 83 000 Euro Spenden an 122 Vereine geflossen. Darunter waren Fahrzeugspenden für die Altenhilfe Treysa, Hephata, Pflegedienst Auxilium Neukirchen und das Oikos-Sozialzentrum Ziegenhain. Auch die Zahl der Bank-Auszubildenden habe von 31 (2009) auf 37 erhöht werden können.

Von Bastian Ludwig

Quelle: HNA

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