Stadtwerke öffnen sich Genossenschaft: Mehrheit für Beteiligung

Istha. Der Weg ist frei für die Beteiligung einer noch zu gründenden Bürger-Energiegenossenschaft (BEG) an den Wolfhager Stadtwerken.

Die Stadtverordneten haben in ihrer Sitzung am Donnerstag in Istha mehrheitlich einer Änderung des Gesellschaftervertrags der Stadtwerke Wolfhagen GmbH zugestimmt und damit die Voraussetzung geschaffen, dass die BEG 25 Prozent der Stadtwerke übernehmen kann.

Heiko Weiershäuser, Fraktionschef der SPD, hatte zuvor für die Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung an den Stadtwerken geworben, die Vorteile einer Genossenschaft genannt. Diese Form biete die Möglichkeit zur Beteiligung für alle Bevölkerungsschichten. Anteile kaufen können alle Wolfhager und alle auswärtigen Kunden der Stadtwerke Wolfhagen.

Mitspracherecht

Es gebe nur Gewinner, zeigte sich der SPD-Mann überzeugt. Vor allem die Bürger, die sich über die BEG an ihrem Energieversorger beteiligen können und über zwei Sitze im künftig neunköpfigen Aufsichtsrat der Stadtwerke ein Mitspracherecht bekommen. Mitglieder der BEG können dazu bis zu sechs Prozent Dividende einstreichen. Was über den sechs Prozent liege, fließe in einen Fonds, aus dem die BEG eigene Energieprojekte fianzieren könne.

Für die Grünen, die gemeinsam mit den Vertretern des Bündnisses Wolfhager Bürger (BWB) gegen die Vorlage stimmten, gibt es dagegen einen mutmaßlichen Verlierer: den Rödeser Berg. Mit der Aufstockung ihres Kapitals durch den Preis, den die BEG für die Beteiligung an den Stadtwerken zahlt, werde letztlich ein Beitrag zur Finanzierung der Windkraftanlagen auf dem Berg geleistet.

Kritik der Grünen

Grünen-Fraktionsvorsitzender Peter Kranz kritisierte, dass vieles bislang unzureichend geprüft sei, nicht alle rechtlichen Aspekte ausreichend abgeklopft seien. Zudem kritisierte er, „dass sich nur Energiekunden der Stadtwerke beteiligen dürfen. Bezieher anderer Ökostromanbieter werden ausgeschlossen und können sich somit nicht am Bürgerwindpark beteiligen.“

Christoph Lübcke begründete die Zustimmung der CDU. Wichtig sei unter anderem „die hervorragende Kundenbindung, die daraus entsteht“. Die bessere Kapitalausstattung bringe der BEG zudem „bessere Beteiligungsmöglichkeiten“.

Dass die BEG ein Erfolg werde, davon zeigte sich Bürgermeister Reinhard Schaake überzeugt. Das Interesse der Bürger sei schon jetzt hervorragend. Es gebe schon jetzt Anmeldungen von Wolfhager Bürgern in einer Größenordnung von 1036 Anteilen. Das entspreche 518 000 Euro.

Nach dem Parlamentsbeschluss steht nun die Gründung der BEG an. Infos gibt es im Internet unter www.beg-wolfhagen.de.

Quelle: HNA

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