Heruntergekommenes Haus in Naumburger Altstadt soll Freifläche weichen

Mehrheit will Abriss des Schandflecks

Vernachlässigt und verwahrlost: Das Haus Altenhagen 3 soll nach dem Wunsch der Stadt abgerissen werden. Es steht seit Jahren leer, ist nicht als Einzeldenkmal ausgewiesen, befindet sich aber innerhalb der unter Denkmalschutz stehenden Gesamtanlage der historischen Altstadt. Foto:  Norbert Müller

Naumburg. Es ist ein Schandfleck in der Naumburger Altstadt, vernachlässigt und heruntergekommen, da waren sich die Naumburger Stadtverordneten während ihrer jüngsten Sitzung einig. Ob es aber, wie vom Magistrat vorgeschlagen, abgerissen werden sollte, darüber gingen dann die Meinungen auseinander.

Bürgermeister Stefan Hable hatte zunächst den Weg skizziert, den die Stadt zu gehen gedenke, sofern das Parlament zustimmt. Bei entsprechender Mehrheit und wenn die Dorferneuerungsbehörde, die Wirtschafts- und Infrasstrukturbank (WI) Hessen sowie die Denkmalschutzbehörde das Ganze genehmigen, werde das Projekt „Ankauf und Abriss des Objekts Altenhagen 3 in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen.

Die Stadt würde das Haus noch in diesem Jahr kaufen. Kosten: maximal 20 000 Euro, wobei der Landeszuschuss dann 12 000 Euro betragen würde. Der Abriss des Hauses sollte im kommenden Jahr über die Bühne gehen. Die Stadt rechnet mit Kosten in Höhe von rund 40 000 Euro und mit einem Landeszuschuss von 24 000 Euro.

Für das 410 Quadratmeter große Grundstück, das zur Freifläche werden soll, haben laut Hable bereits zwei direkte Nachbarn Kaufinteresse signalisiert. Auf die Stadt kämen dann keine weiteren Unterhaltungskosten zu.

Ansprüche wecken

„Wir stimmen mit Nein zur Vorlage, nicht aber zur Zielsetzung“, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Bernd Ritter. Im Falle einer Umsetzung würde von der verschuldeten Stadt Naumburg Steuergeld „in Form einer Subvention von Privateigentum mit nur bedingtem Allgemeinnutzen ausgegeben“.

Das Vorhaben sei keinesfalls mit den bisherigen öffentlichen Dorferneuerungsprojekten vergleichbar, die immer auf den Nutzen für eine breite Gemeinschaft zielten. Das Vorhaben könnte bei anderen Eigentümern Ansprüche wecken. Schlimmstenfalls, so Ritter, könnten weitere Hauseigentümer „in Spekulation auf eine gute Förderung ihr Anwesen verkommen lassen“.

Klaus Albrecht (Linke) gab Ritter Recht, und: „Die Abrisskosten würden ins Uferlose gehen.“

„Es geht darum, einen Schandfleck loszuwerden“, brachte Joachim Jacobi die Meinung der CDU auf den Punkt. „Wenn wir nichts machen, verfällt das Haus in den nächsten Jahren weiter und wird sich zur Rattenburg entwickeln.“ Und dann werde die Stadt mit dem Vorwurf konfrontiert, warum sie nichts unternehme.

Mit den Stimmen von CDU und FWG wurde der Beschluss zum Ankauf und Abriss des Hauses Altenhagen 3 verabschiedet.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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