Die Schülerin Svenja Berge holte sich den Titel beim Sportschießen in München

Meisterin an der Pistole

Zielsicher: Schülerin Svenja Berge konnte sich in München bei der Meisterschaft im Sportschießen in der Disziplin Luftpistole mit 375 Ringen durchsetzen. Archivfoto: Malmus

Welcherod. Während die einen bei Arbeiten und Präsentationen mit zittrigen Händen zu kämpfen haben, stört andere dieses Phänomen hingegen wenig. Übung macht den Meister, heißt es dann immer.

Dass man jedenfalls mit einem ruhigen Händchen – und wohl viel Talent – sehr weit kommen kann, beweist Svenja Berge, baldige Abiturientin und bereits aktuelle deutsche Meisterin beim Sportschießen in der Disziplin Luftpistole. Die Sportlerin, die aus Welcherod kommt und in Oberurff zur Schule geht, konnte sich in München bei der Meisterschaft mit einem überragenden Ergebnis von 375 Ringen durchsetzen.

Keine Prüfungsangst

Prüfungsangst in der Schule habe sie jedenfalls keine, erzählt sie. Ob das von Training und Wettkämpfen kommt: „Vielleicht.“ Mit so viel Erfolg dürfte die Schülerin jedoch anfangs selbst nicht gerechnet haben: „Als mein Vater früher schon beim Sportschießen aktiv war, fand ich das Ganze eigentlich doof. Mit elf Jahren bin ich dann mal zur Meisterschaft mitgekommen. Dort begann es schließlich, mich zu faszinieren, also habe ich auch damit angefangen. Das war 2006.“ Ein Jahr später schoss sie dann bereits selbst bei der deutschen Meisterschaft.

Ihre Meisterdisziplin ist die Luftpistole, die freihändig in einer Entfernung von zehn Metern zum Ziel gehalten wird. Wer mithalten will, sollte schon sehr nahe an den „10er-Kreis“ von 11,5 Millimeter Durchmesser kommen. So zumindest sieht bereits in der Juniorenklasse B (17-18 Jahre) das Wettkampfniveau aus.

Weniger aktive Mitglieder

Ein Problem bemerkt Svenja jedoch in der Unbekanntheit ihres Hobbys: Entgegen verbreiteter Favoriten wie Fußball schwinden im Bereich des Sportschießens die aktiven Mitglieder und versierten Trainer. So musste sie bereits einmal ihren Verein wechseln.

Der SV Kriftel dürfte sich darüber aber gefreut haben: 2011 erreichte Svenja nämlich bei der Meisterschaft zusammen mit ihrer Mannschaft zwei Silbermedaillen. Dieses Jahr folgte für sie die erste internationale Medaille bei der ISCH (“International Shooting Competition of Hannover”) und schließlich sogar der Meistertitel ihrer Klasse.

Die typische Frage, wie es nach dem Abi weitergehen soll, hat sich für Svenja Berge wohl schon geklärt: Nach ihren zahlreichen Erfolgen hat sie es nun in die deutsche Nationalmannschaft geschafft. Im Januar nächsten Jahres stehen für die junge Sportlerin aufregende Qualifikationswettkämpfe an. Schafft sie es dort unter die besten drei, so darf sie im September nach Spanien reisen. 2014 findet dort in Granada die 51. Weltmeisterschaft der ISSF („International Shooting Sport Federation“) statt.

Aus dem früher einmal angedachten Biologie-Studium ist mittlerweile der Gedanke an eine vierjährige Polizeiausbildung bei der Sportfördergruppe geworden. Und später will sie dann vielleicht zur Kriminalpolizei. (nit)

Quelle: HNA

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