Meisterin an der Schere: Nina Gülland hat als Friseurin viel erreicht

+
Schnipp, schnapp, Haare ab: Nina Gülland freut sich wieder auf das Haareschneiden im Friseursalon von Marion Schumacher in Holzhausen.

Homberg-Holzhausen. Nina Gülland ist erst 21 Jahre und schon eine Meisterin und zwar eine Friseurmeisterin. In einem viermonatigen Intensivkurs in Oldenburg hat die Waßmuthshäuserin ihre Prüfung abgelegt.

Schon als kleines Mädchen sei sie von Haaren und Frisuren fasziniert gewesen. "Ich habe immer bei meiner kleinen Schwester und meiner Oma in den Haaren rumgewuschelt", sagt die 21-Jährige. Damit habe alles angefangen. Später hat sie dann angefangen richtige Frisuren zu stylen, was sich auch bei ihren Freundinnen rumgesprochen hat. "Wenn die mal eine Frisur für eine besondere Gelegenheit brauchten, sind sie zu mir gekommen."

Als es für Nina Gülland um die Berufswahl ging, schwankte sie zwischen Erzieherin und Friseurin. "Ich habe dann mal ein Praktikum in einer Kindertagesstätte gemacht, aber es hat mir nicht so gut gefallen." Danach arbeitete sie dann noch einmal bei einem Friseur und war sofort begeistert. 2008 fing sie mit der Ausbildung an.

Mit einem Lächeln im Gesicht erinnert sich die Jung-meisterin an ihren ersten Kunden. "Ich weiß noch, dass ich sehr aufgeregt war und ein total rotes Gesicht hatte. Ich musste erst einmal die Hemmschwelle überwinden mit einem fremden Menschen zu reden und gleichzeitig frisieren. Das hat irgendwie geklappt, und der Kunde war am Ende auch zufrieden."

Mit der Zeit sei sie immer sicherer und besser geworden. "Vor allem meine Kollegen haben mir Tipps gegeben, wie ich mich verbessern kann." Gülland wurde so gut, dass sie am Landeswettbewerb aller Innungen teilnahm und gewann. Dadurch erhielt sie ein Stipendium, durch das sie sich ihre Meisterprüfung finanzierte. Für einen Intensivkurs ging sie vier Monate nach Oldenburg. "Ich habe mich für diese Schule entschieden, weil ich etwas Neues kennenlernen wollte."

Vier Monate wurde sie in den Bereichen Recht und Wirtschaft, Chemie und Arbeitspädagogik unterrichtet. Am Ende ihrer Meisterausbildung standen die Prüfungen an. Den größten Teil nahm die praktische Übung ein. Dafür erarbeitete Gülland ein Konzept, unter dem Motto einer Rock-Konzert-Aftershowparty. Passend dazu musste sie ein Modell stylen, frisieren und schminken.

Als sie das Ergebnis der Prüfung mitgeteilt bekam, war sie überglücklich, dass sie bestanden hatte, konnte es aber auch nicht so richtig glauben. "Ich lag abends im Bett und hoffte, dass die Prüfer keine Daten vertauscht haben. Zum Glück war das nicht so. Wenn ich nicht bestanden hätte, hätte ich mich unter der Bettdecke versteckt." Jetzt freut sich die 21-Jährige darauf, endlich wieder die Schere in die Hand zu nehmen und zu frisieren.

Von Benjamin Kling

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare