Anna Elisabeth Grein setzt die Tradition der Schwälmer Weißstickerei fort – Ausstellung in der Kunsthalle

Die Meisterin stellt erstmals aus

Sticken ist ihre Profession: Anna Elisabeth Grein (79) in ihrem Wohnzimmer, umgeben von zahlreichen filigranen Schätzen, die sie in mehr als 60 Jahren schuf. Fotos:  Diehl

WILLINGSHAUSEN. In vielen Orten der Schwalm und darüber hinaus ist sie durch ihre Kurse bekannt. Sie gilt als letzte Schülerin, die die aufwändige Schwälmer Handarbeit noch in der Willingshäuser Werkstatt für Weißstickerei gelernt hat. Vom morgigen Samstag an widmet ihr die Kunsthalle erstmals eine eigene Ausstellung: Anna Elisabeth Grein hat ihre Schatztruhe geöffnet.

Hervorgekommen sind unzählige Decken, Kissen, Handtücher und vieles mehr, die die Willingshäuserin in mehr als sechs Jahrzehnten gestickt hat. Ein Schwälmer Puppenpärchen ist dabei, mit Stickereien in Miniaturformat. Zum ersten Mal ausgestellt wird das gestickte Taufkleid, das sie 1990 vollendet hat.

Unter den filigranen Schätzen sind auch sechs Stücke ihrer Ururgroßmutter Marie Elisabeth Schmidt, die den Grundstock der Ausstellung bilden, unter anderem ein Handtuch aus dem Jahre 1837.

Zum Händetrocknen waren diese filigran bestickten Schätze schon damals zu schade, sie dienten vielmehr als prachtvoller Wand- oder Türschmuck. Dazu hat sie erst vor wenigen Monaten ein neues Handtuch nach einem alten Willingshäuser Vorbild gestickt, mit besonderem Überschlag und Klöppelspitze.

Vor allem die alten, ausgefallenen Muster haben es Anna Elisabeth Grein angetan. Sie weiter zu geben, dass sie nicht in Vergessenheit geraten, ist ihr Ziel. Ein halbes Dutzend alter Muster hatte Thielemanns Tochter ihr zum 60. Geburtstag geschenkt. Ihr älteste Stickmuster ist von 1836, auch dies ist in der Ausstellung zu sehen.

Von Kerstin Diehl

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare