Seltener Hirntumor 

Melisa soll leben: Melsungerin startet Spendenaufruf für ihre kranke Cousine

Sie will ihrer kranken Cousine helfen: Die Melsungerin Gizem Inan (19) zeigt ein aktuelles Handy-Foto der zwölfjährigen Melisa, die wegen eines Hirntumors nicht mehr gehen und kaum sprechen kann. Fotos: Féaux de Lacroix/privat

Melsungen. Die 19-jährige Melsungerin Gizem Inan will das Leben ihrer todkranken Cousine Melisa retten. Deshalb hat sie einen Spendenaufruf gestartet.

Die zwölfjährige Melisa Iris weiß nicht, ob sie ihren 14. Geburtstag noch erleben wird. Viele Ärzte geben ihr nur noch zehn bis zwölf Monate zu leben. Denn mitten im Gehirn des Mädchens sitzt ein Tumor, der nicht operabel ist. Nun aber gibt es Hoffnung - eine Hoffnung, für die Melisas Eltern bereit sind, einen hohen Preis zu bezahlen. Melisas Cousine Gizem Inan, die in Melsungen lebt, will sie dabei unterstützen.

Die Krankheit

Bis zum November 2015 ist Melisa ein ganz normales, gesundes Kind. Mit ihrer Familie lebt die Zwölfjährige in Australien. Dann klagt sie plötzlich über Schwindel und Sehprobleme. Die Diagnose ist erschütternd: Melisa hat einen seltenen, nicht operablen Hirntumor. Ihre Eltern konsultieren mehrere Ärzte, bekommen jedoch immer die gleiche Auskunft: Es gibt keine Heilungschance. Sie sollen die letzten Monate mit ihrer Tochter genießen. Melisas Zustand verschlimmert sich rapide. „Sie kann nicht mehr gehen und kaum noch reden“, schildert Inan.

Die Chance

Damit aber wollen sich Melisas Eltern nicht abfinden. Sie recherchieren weiter - und stoßen auf eine junge Australierin, die an einem ähnlichen Tumor wie Melisa litt und von einem deutschen Arzt behandelt wurde: Prof. Dr. Alexander Herzog, Chefarzt der Fachklinik für Integrative Onkologie im hessischen Bad Salzhausen. Der Tumor ist um 80 Prozent geschrumpft, es geht ihr sehr viel besser.

Melisas Eltern wollen es mit dieser Behandlungsmethode probieren. „Das ist unsere einzige Hoffnung“, sagt Inan. „Wenn das scheitert, gibt es niemanden, der Melisa helfen kann.“

Die Behandlung

Seit Samstag ist Melisa mit ihren Eltern in Deutschland. Gizem Inan und ihre Eltern haben sie vom Flughafen abgeholt und in die Fachklinik in Integrative Onkologie Bad Salzhausen begleitet. Die Behandlungsmethode wird weltweit nur in zwei Kliniken angeboten - in Bad Salzhausen und in Singapur. Sie kombiniert Chemo-, Wärme-, Strahlen- und Physiotherapie sowie Medikamente. „Schon jetzt, nach ein paar Tagen Behandlung, geht es Melisa sichtbar besser“, berichtet Gizem Inan.

Das Problem

Die Behandlung hat nur einen Haken: Sie ist sehr teuer. Allein für die ersten 20 Tage hat die Klinik eine Rechnung von 31.220 Euro gestellt - die Rechnung liegt der HNA in Kopie vor. Die Behandlung wird mindestens drei Monate dauern. Die australische Krankenkasse aber übernimmt die Kosten nicht. Wie Melisas Eltern die Behandlung bezahlen wollen, ist unklar. „Melisas Vater will sein Haus verkaufen“, sagt Inan. Doch wenn Melisas Familie ihren ganzen Besitz aufgebe - wovon solle sie dann später leben? Ihre Eltern müssten schließlich auch für Melisas 14-jährigen Bruder Berkay sorgen. Auch Inans Eltern können das Geld für die Behandlung nicht allein aufbringen.

Der Spendenaufruf

Um ihrer Cousine zu helfen, hat Inan über Facebook einen Spendenaufruf gestartet. Sie hat Freunde und Bekannte angeschrieben, aber auch diverse Prominente - etwa den deutschen Nationaltorwart Manuel Neuer. „Meine Tante und mein Onkel wissen davon nichts, sie wollen das allein schaffen“, sagt die 19-Jährige.

Sie war überrascht über die Hilfsbereitschaft von teils völlig fremden Menschen: So hat ihr eine junge Frau aus der Schweiz spontan 50 Euro per Post geschickt. Manche Menschen reagierten aber auch misstrauisch und hielten den Spendenaufruf für Abzocke, erzählt die Melsungerin. Sie hofft, dass trotzdem viele Menschen bereit sind, einen kleinen Beitrag zu leisten - damit Melisa eine Chance hat, am 26. Juni 2017 ihren 14. Geburtstag zu feiern.

Das Spendenkonto

Da es nicht möglich war, ein Spendenkonto auf den Namen von Melisa einzurichten, läuft das Konto nun auf den Namen von Gizem Inans Mutter. Die Kontodaten lauten:

Serpil Inan

Kreissparkasse Schwalm- Eder

IBAN: DE53520521541010099099 BIC: HELADEF1MEG

Verwendungszweck: „Melisa Iris Spende“

Quelle: HNA

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