David Bienert ist der neue evangelische Pfarrer des Kirchspiels Oberelsungen

Melodien, die verbinden

Angekommen in der neuen Heimat: David Bienert holt die erste Post aus dem Briefkasten des Gemeindehauses. Er ist ab Mai der neue Pfarrer des Kirchspiels Oberselungen. Fotos: Skrzyszowski

Oberelsungen. Sein Herz schlägt seit seiner Jugend für die Musik. Und es gibt noch etwas, das ihn fasziniert: die vielen Facetten seines Berufes – mit verschiedenen Menschen über den Glauben ins Gespräch zu kommen. Und sie auch in unterschiedlichen Lebenssituationen zu begleiten.

David Bienert packt gerade die Umzugskartons aus. Erst vor einigen Tagen ist er im Pfarrhaus in Oberelsungen angekommen. Ab dem 1. Mai ist er der neue evangelische Pfarrer des Kirchspiels Oberelsungen. Die Ordination ist am morgigen Sonntag in Treysa.

Dass ihn der Bischof für die Pfarrstelle in dem Zierenberger Stadtteil Oberelsungen und den Wolfhager Stadtteil Niederelsungen vorgesehen hat, passt: „Meine Frau und ich wollten gerne in eine ländliche Gegend ziehen“, sagt David Bienert. Und die Landschaft ist ihm durchaus vertraut. „Ich habe im Kirchenkreis Hofgeismar, in Trendelburg, mal ein Gemeindepraktikum gemacht“, erinnert sich der 35-Jährige.

„Es ist schön hier“

Und die neue Heimat musste in der Nähe sein. Denn seine Frau ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen. „Das mussten wir alles irgendwie miteinander vereinbaren“, sagt Bienert und blickt aus dem Fenster. „Wenn ich hier raus gucke, freue ich mich. Es ist schön hier.“ Und es gibt noch etwas im Kirchspiel Oberelsungen, das auch im Leben des 35-Jährigen bisher eine große Rolle gespielt hat: die Musik. „In Ober- und Niederelsungen gibt es viele Chöre, Gesangvereine und Posaunenchöre.“

Und das Besondere: „Hier werden anstatt der einheitlichen Melodien der Landeskirche noch alte liturgische Stücke nach Psalmen und Bittrufen gesungen“, schwärmt der Pfarrer. Mit 16 Jahren spielte er bereits selbst Orgel in seiner Heimatgemeinde Bortshausen bei Marburg. Parallel absolvierte er eine Ausbildung zum Chorleiter und Organisten. Auch wenn er als Pfarrer nur noch selten an der Orgel sitzt, spielt die Kirchenmusik in seinen Gottesdiensten eine große Rolle. „Eine Gemeinde leiten ist wie ein Orchester mit vielen Stimmen zu dirigieren. Natürlich dürfen sich die Leute musikalisch einbringen“, sagt er und schmunzelt. Ihm ist es aber vor allem wichtig, Gottesdienste gemeinsam zu gestalten. Ideen hat er. „Aber erstmal möchte ich die Gemeinden kennenlernen und wissen, welche Wünsche und Erwartungen die Menschen hier haben“, sagt Bienert. Es ist seine erste Stelle als Pfarrer. Gerade hat der 35-Jährige sein Vikariat in Bruchköbel beendet und sein zweites Staatsexamen absolviert. Und er erinnert sich noch genau an den Moment, in dem er wusste, dass dieser Beruf der richtige ist: „Ich habe mich damals in der Schule, vor dem Abitur, erstmals kritisch mit Fragen über den Glauben, Gott und die Welt auseinander gesetzt. Und mein damaliger Lehrer hat mich einfach begeistert.“

Von Nina Skrzyszowski

Quelle: HNA

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