Tag der offenen Tür in Melsungen

Gymnasiasten der Geschwister-Scholl-Schule präsentierten ihre Arbeiten

Experimentierfreudig: der Anatomie-Kurs. Von links: Niklas Alt, Verena Deist, Maximilian Reinhard, Leonard Ebert, Patricia Petkau, Michael Hiob, Leonie Theune, Katharina Zupfer, Que-Chi Pham, Lisa Marie Zeitelhack, Christian Ludwig, Marla Brieger, vorn: Melanie Ortlib.

Melsungen. Unerschrocken zeigten sich die jungen Forscher des Anatomie-Kurses der Geschwister-Scholl-Schule in Melsungen am Donnerstagabend. Sie präsentierten die Ergebnisse ihrer Projektwoche den staunenden Besuchern beim Tag der offenen Tür. 

Abgeklärt hantierten die Schüler nicht nur mit Schweinelungen, sondern auch mit Herzmuskeln und präparierten Augäpfeln. Die Schweinelunge bläht sich immer wieder auf. Beherzt bläst Niklas Alt in einen blutverschmierten Schlauch. Der endet direkt in dem Organ auf dem Seziertisch. Ekel schreckt den Gymnasiasten nicht. Unter den neugierigen Blicken seiner Mitschüler scheint es, als hauche er der Lunge neues Leben ein.

„Seit Montag standen für drei Tage allein unsere Interessen im Mittelpunkt“, erklärte Schülerin Joelle Velten vom Organisationsteam. In 24 Arbeitsgruppen hatten die 550 Schüler des Melsunger Gymnasiums eigene Schwerpunkte gesetzt. Sie recherchierten, befragten, sammelten, arrangierten, experimentierten, dokumentierten und präsentierten. Die bunte Palette der Arbeiten der Jahrgänge elf bis 13 reichte schließlich von den Themen Naturwissenschaften über Geographie, Geschichte, Musik, Medien, Sport, Politik, Wirtschaft und Küche bis hin zu Kosmetik.

„Architektur trifft Kunst“ lautete das Motto der Gruppe rund um Studienrätin Kathrin Rost. In kleinem Maßstab hatten sie die Räume der Kasseler Galerie Coucou nachgebildet und mit eigenen Ideen versehen.

Mit großem Beifall versahen die Gäste das Filmprojekt „Schuldig“, das die Schüler gemeinsam mit dem Offenen Kanal Kassel umgesetzt hatten. „Lynchjustiz und Mobbing im Internet waren unsere Themen“, erklärten die Schüler bei der Vorführung. Direkt nebenan führte ein roter Teppich Richtung „Mellywood“. Der Englisch-Leistungskurs um Lehrer Sven Körner hat Filme auf ihre Tauglichkeit für den Einsatz im Unterricht analysiert. Außerdem gab es für die Besucher selbst gemachte Leckereien aus verschiedenen Ländern.

Überall ging es geschäftig zu: bei der Mathematik zum Anfassen und bei den physikalischen Weltbildern im Wandel der Zeit. Nachdenklich stimmten Projekte über das Konzentrationslager Breitenau und den Zweiten Weltkrieg.

„Von A bis Z haben unsere Schüler alles organisiert“, sagte Lehrer Tobias Schmidt, der für die Umsetzung der Projektwoche verantwortlich war. Die Woche sei eine wichtige Ergänzung zum Schulalltag. „Von der Projektwoche profitieren wir immens“, war sich auch das Organisationsteam um Joelle Velten und Gregor Malzahn sicher.

Von Katja Rink

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare