Tiere einfach vor Haustür abgestellt

Katzen im Umzugskarton ausgesetzt

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Aufgenommen in der Katzenhilfe Guxhagen: Eine Katzenmutter mit ihren zwei Babys.

Guxhagen. Eine ganze Katzenfamilie hat ein Ehepaar in Baunatal am Abend des 13. Januar vor seiner Haustür entdeckt. Unbekannte hatten die fünf Tiere, Mutter und Vater, zwei Babykatzen und ein Jungtier, dort abgestellt – verstaut in einem Umzugskarton und einem Katzentransportkorb.

Die Eheleute informierten die Polizei, die die fünf Tiere der Katzenhilfe Guxhagen übergab. „Die Katzen sind immer noch völlig verängstigt“, erzählt Jutta Dippel, 2. Vorsitzende des Vereins. Bei dem Ehepaar in Baunatal hätten die Katzen nicht bleiben können, erklärt Johanna Büchling, ehemalige 1. Vorsitzende der Katzenhilfe: „Die Leute waren total überfordert mit den Tieren.“

Es war nicht das erste Mal, dass Katzen auf diese Art ausgesetzt wurden. Ein ähnlicher Fall hat sich in Melsungen zugetragen, berichtet die Katzenhilfe: Dort wurde am 12. Januar eine ausgesetzte Katze in einem Mietshaus im Melsunger Brauereiweg entdeckt. Eine Bewohnerin des Hauses fand den Impfausweis des Tiers in ihrem Briefkasten. Auch auf Nachfrage im Haus und in der Nachbarschaft wurde der Eigentümer der Katze nicht gefunden. Deshalb nahm die Katzenhilfe das Tier auf. Dank des Impfausweises kennt der Verein zwar den Namen des Eigentümers der Katze – doch die Person ist nirgendwo gemeldet, also nicht auffindbar.

„Bei der Polizei Anzeige zu erstatten, bringt nichts“, glaubt Johanna Büchling. „Dann bekommen die Leute ein Bußgeld aufgedrückt, was sie dann meistens nicht bezahlen können.“ Denn oft würden Katzen ausgesetzt, weil die Halter finanziell nicht mehr für das Tier aufkommen können.

Aber auch die Katzenhilfe Guxhagen hat Schwierigkeiten, die Pflege der Katzen zu stemmen. Die Tiere werden medizinisch untersucht, entwurmt, geimpft, kastriert und gechipt. Für jede Katze fallen damit Kosten von rund 200 Euro an, sagt Jutta Dippel. „Und dann kommen noch die Kosten für Nahrung dazu.“ Langfristig sollen die Tiere nicht bei der Katzenhilfe bleiben, sondern an neue Besitzer vermittelt werden. Die Mitglieder der Katzenfamilie können auch getrennt weitergegeben werden, erklärt Dippel. „Die Babys müssen allerdings noch sechs Wochen bei ihrer Mutter bleiben.“

55 Katzen sind derzeit in Guxhagen untergebracht – die meisten davon sind nicht vermittlungsfähig, weil sie alt, krank oder gebrechlich sind. „Wir brauchen deshalb dringend Paten, die die Verantwortung für die Tiere übernehmen“, sagt Johanna Büchling. Bei der Katzenhilfe Guxhagen landen nicht nur Tiere aus der näheren Umgebung. „Letzte Woche hatten wir sogar eine Anfrage aus dem Schwarzwald, ob wir eine Katze aufnehmen könnten“, berichtet Johanna Büchling. Es gebe inzwischen überall zu viele Katzen. „Die Tierheime sind voll, die weisen die Leute ab“, sagt Büchling. Auch die Guxhagener Katzenhilfe habe keine Aufnahmekapazität mehr. „Bei den nächsten Fundkatzen wird es schwierig.“

Aus Sicht von Johanna Büchling kann nur eins gegen die Katzenflut helfen: eine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen. Da die Guxhagener Katzenhilfe keine öffentlichen Mittel erhält, ist der Verein auf Spenden angewiesen.
Spendenkonto: Kreissparkasse Schwalm-Eder, BLZ 52052154, Konto-Nr. 42001115.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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