Melsungen: Kindergärten müssen für Kopien von Noten und Texte Gebühren zahlen

Gemeinsames Musizieren kann teuer werden: Die Gema fordert Lizenzgebühren für Noten- und Liedtextkopie von den Kindergärten. Foto: dpa

Kreisteil Melsungen. Kindergärten und Kindertagesstätten im Kreisteil Melsungen werden zur Kasse gebeten: Für Kopien von Liedtexten und Noten wird von der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte  (Gema) eine Lizenzgebühr verlangt.

Die Forderungen stoßen bei den Kindergärten auf wenig Verständnis. „Ich finde diese Regelung für Kindergärten übertrieben. Vor allem, wenn die Materialien nicht gewerblich genutzt werden“, moniert Jutta Salzmann, Leiterin der Kindergärten in Malsfeld und Sippershausen.

Kopien, zum Beispiel für Eltern oder Feste, dürfen nur noch ausgeteilt werden, wenn ein Vertrag mit der Gema abgeschlossen wird. Dann fallen jährliche Gebühren an. Bis 300 Euro sind für 2500 Kopien fällig. Ein Betrag, der für viele Kindergärten nicht tragbar ist. „Bis zu 50 Euro im Jahr für ein kleineres Paket wären vielleicht noch zu verkraften, aber 300 Euro sind eine Summe, die schon weh tut“, sagt Ingrid Schäfer, Leiterin der Evangelischen Kindertagesstätte Felsberg.

Die Gema sieht das anders: die Lizenz ermögliche den Kindergärten erst, Noten und Liedtexte selbst vervielfältigen zu dürfen. Dass sie das bisher schon gemacht haben, wird nicht berücksichtigt. Außerdem fordert die Gema von den Kindergärten laut Lizenzantrag auch, dass sie Listen über alle hergestellten Fotokopien anfertigen und der Gema diese vierteljährlich übermitteln.

Das bedeute einen zusätzlichen unnötigen Aufwand, findet Jutta Salzmann. Wie die meisten Kindergarten-Leitungen überlasst sie die Frage, ob der Vertrag unterzeichnet wird, ihrem Träger, der Gemeinde Malsfeld. Und solange sie nichts Neues hört, wird sie sich beim Kopieren zurückhalten. Auf das Singen moderner Lieder müssten die Kinder glücklicherweise ja ohnehin nicht verzichten. Denn Gebühren werden nur bei der Verfielfältigung fällig.

Alte Volkslieder erlaubt

„Bei uns ist das sowieso kein großes Thema, wir haben nie viele Kopien ausgeteilt“, sagt Elke Schmidt von der Kindertagesstätte „Alter Bahnhof“ in Spangenberg. Sie findet es unsinnig, dafür Geld auszugeben und wird den Vertrag nicht unterzeichnen. Vervielfältigen darf sie dann nur noch Volksgutlieder wie „Alle meine Entchen“ und „Guten Abend, gute Nacht“.

Als keine besonders große Einschränkung empfindet auch der Bachfeld Kindergarten in Melsungen die Neuregelung nicht. „Wir singen viele Lieder aus dem Kopf, da brauchen wir weder ein Liederbuch noch Kopien“, erklärt Gruppenleiterin Judith Zellmer.

Quelle: HNA

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