Mietervereine im Landkreis warnen vor Entwicklung

Mietervereine warnen: Nebenkosten so hoch wie die Kaltmieten

Schwalm-Eder. Steigende Nebenkosten entwickeln sich für Mieter im Schwalm-Eder-Kreis mehr und mehr zu einem Problem. Dies bestätigen Mietervereine in der Region. Trotzdem ist das Wohnen im Landkreis aber auch attraktiv.

Laut einer Untersuchung gibt es hier mit die günstigsten Mietpreise in Deutschland. „Zweite Miete“ heißt das Schlagwort, das in den Mietervereinen die Runde macht. Es bedeutet, dass sich die Summe der Nebenkosten dem Niveau der Kaltmiete nähert. Preistreiber sind vor allem die Energiekosten: Laut einer bundesweiten Erhebung stiegen 2010 allein die Heizkosten bei ölbeheizten Wohnungen um 35 Prozent.

Das Problem steigender Nebenkosten kennt auch Dagmar Neupärtl vom Mieterverein Borken. Der Großteil ihrer 200 Rechtsberatungen pro Jahr drehe sich um das Thema. „Dass jemand 400 Euro kalt und 200 Euro Nebenkosten zahlt, ist mittlerweile nichts Besonderes“, sagt Neupärtl. Wenn Faktoren wie ältere Häuser und unvorsichtige Mieter zusammenkämen, seien aber auch deutlich höhere Nebenkosten möglich.

Das bestätigt auch Gerrit Hofmann vom Mieterverein Melsungen: „Es gibt Extremfälle, bei denen eine Nachzahlung von 1300 Euro fällig wird“, erklärt der Rechtsanwalt. „Nebenkosten, die auf dem Niveau der Kaltmiete liegen - das ist bei uns kein Ammenmärchen mehr“, sagt auch Bernd Podewils-Schmieling, Vertreter des Mietervereins Marburg in Schwalmstadt. Das Phänomen sei nicht neu, allerdings verschärfe sich in jüngster Zeit die Lage.

Podewils-Schmieling sieht aber auch einen Zusammenhang mit den Mietpreisen im Landkreis. Die sind laut einer Erhebung des Immobilienportals Immobilienscout 24 vergleichsweise niedrig. Das Unternehmen ermittelte einen Durchschnittspreis von 4,65 Euro pro Quadratmeter. Ein ähnliches Mietniveau gibt es oft nur in ostdeutschen Regionen.

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Von Göran Gehlen

Quelle: HNA

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