Verein sucht Nachwuchs

Der Traum vom Fliegen: Melsunger Modellflugverein wird 50 Jahre alt

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Sie sind schon viele Jahre Mitglieder im Modellflugverein Melsungen: Der Vorsitzende Joachim Schumann und Schriftführer Michael Koch zeigen eines der neuesten Flugzeugmodelle aus Glasfaser, Holz und Styropor.

Melsungen. Schon als Zwölfjähriger war Jochen Schumann begeistert vom Modellfliegen. Heute ist er Vorsitzender des Melsunger Modellflugvereins.

Er hat die Veränderungen im Laufe der Vereinsgeschichte miterlebt. „Es ist ein Menschheitstraum zu fliegen, und hier im Verein erlebt man es ein Stück weit mit, in der Luft zu sein“, schwärmt der 62-Jährige. Der Verein feiert zum Saisonstart am 27. April sein 50-jähriges Jubiläum.

Das Hobby hat Schumann durch seinen Vater kennengelernt. Anfangs schaute er nur zu, nach und nach durfte er auch selbst fliegen. Der begeisterte Modellflieger kann sich noch genau daran erinnern, wie er das erste Mal ein Modellflugzeug gesteuert hat. „Es war viel schwieriger, als ich gedacht habe“, erzählt Schumann. „Man muss umdenken, weil man in drei Dimensionen steuert, anders als beim Auto.“ Neben Vorwärts- und Seitwärts-Bewegungen müssen Modellflieger auch die Höhe beachten. Mit der Zeit habe er ein Gefühl dafür bekommen.

Im Laufe der Jahre habe sich die Bauweise der Flugzeugmodelle verändert, sagt Schumann. Vor 50 Jahren bestanden alle Modelle aus Holz. Heute gibt es dagegen auch Modelle aus Glasfaser. Häufig kommt laut Schumann die Gemischtbauweise mit einem Glasfaserrumpf und Tragflächen aus Holz und Styropor vor. Die Modelle sind im Durchschnitt größer geworden. 1969 hatten die Tragflächen eine Spannweite von höchstens drei Metern, heute liegt sie bei mehr als sechs Metern. Michael Koch, Schriftführer des Vereins, ist als Jugendlicher vom damals 23-jährigen Schumann trainiert worden. Die beiden teilen seit ihrer Jugend die Begeisterung fürs Modellfliegen. Heutzutage sei das Interesse bei Jugendlichen daran geringer, sagt Koch. Der Verein habe wenig Nachwuchs.

Woran das liegt? Die erfahrenen Modellflieger können nur mutmaßen. „Es gibt heute viele andere Möglichkeiten, seine Freizeit zu verbringen, zum Beispiel am Handy oder Computer“, sagt Koch. Dabei schließt das eine das andere nicht aus: Mit Simulatoren am PC können Einsteiger das Fliegen zusätzlich zum Üben auf dem eigenen Modellflugplatz des Vereins auch virtuell trainieren.

Im Vergleich zu früher sei das Hobby außerdem günstiger geworden: „1969 hat eine vernünftige Fernsteuerung 1400 D-Mark gekostet, eine vergleichbare kostet heute etwa 200 Euro“, sagt Schumann. Ab sieben Jahren können Kinder mit dem Hobby beginnen. Anfänger werden von Jugendbetreuern unterstützt, was den Einstieg ins Modellfliegen erleichtern soll. Betreuer und Schüler tragen Sender, die mit einem Kabel verbunden sind. Der Schüler steuert das Modell in sicherer Höhe. „Wenn es brenzlig wird, schaltet der Betreuer auf seinen Sender um und steuert selbst“, sagt Schumann. Das Hobby verbindet Generationen, findet der Vorsitzende: Da stehen Zehnjährige und 80-Jährige nebeneinander und geben sich Tipps. Er ist überzeugt: „Wer sich für Technik interessiert, hat Spaß am Modellfliegen.“  

Quelle: HNA

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