Ende des Projekts am 30. Juni 

Deckel gegen Kinderlähmung: Melsunger Schüler sammeln 87 Kilogramm 

+
So viele Plastikdeckel: Kinder des Kindergartens am Schloth und Fuldatalsschüler aus Melsungen brachten 87 Kilo Plastikdeckel zur Abgabestelle der Gebäudereinigung Behrend, links im Bild Gabriele Behrend.

Melsungen. Kinder und Jugendliche haben monatelang Plastikdeckel für die Aktion "Deckel gegen Kinderlähmung" (Poliomyelitis) gesammelt. 87 Kilogramm kamen am Ende zusammen.

Den Anstoß gaben Schüler der Fuldatalschule. Sie haben im September 2018 mit dem Sammeln begonnen. Die Schüler entwarfen Briefe, mit denen sie um Deckelspenden warben, und gestalteten Spendenboxen. Auch die Drittklässler der Körler Grundschule, die Melsunger Kita am Schloth und Küchengarten-Mitarbeiter der Baunataler Diakonie im Kloster Haydau beteiligten sich an der Sammelaktion.

Die Deckel stammen von Getränkeflaschen (PET-Flaschen) und Getränkekartons. Ein Deckel wiegt etwa zwei Gramm, 500 Deckel ergeben ein Kilo Kunststoff-Material, das sich gut recyceln lässt. Sie werden zu Granulat geschreddert, mit frischem Granulat vermischt und zu neuen Produkten wie Rohre, Gartenbänke, Gartenrechen und neue Kunststoffdeckel verarbeitet. Den Erlös der gesammelten Kunststoffdeckel spendet der Verein Deckel drauf aus München an Rotary Deutschland, die sie an die weltweite Kampagne „End Polio Now“ weiterleitet. Deren Ziel es ist, jedem Kind die Möglichkeit einer Schluckimpfung gegen Polio zu ermöglichen, die 50 US-Cent kostet. Nach kommt das Polio-Virus weltweit nur in drei Ländern vor: Afghanistan, Pakistan und Nigeria.

Schüler sammelte Deckel: Mattis Mosebach machte mit Flyern auf seine Aktion aufmerksam. 

Im Unterricht hörte Schüler Mattis Mosebach, 13, aus Ostheim von dem Projekt. „Das hat mich einfach begeistert, dass man mit so wenig Aufwand so viel erreichen und helfen kann. Deckel hat doch jeder zu Hause“, erzählt er. Am Computer entwarf er einen Informationsflyer über das Projekt und verteilte diesen im Ort. So wusste jeder, dass er Abgabestation war.

Mittlerweile hat Mattis mehr als 25 000 Kunststoffdeckel gesammelt, schätzt er. „Wenn ich von der Schule nach Hause komme, steht manchmal ein großer Sack mit Deckeln vor der Tür.“ Doch eins trübt den jungen Sammler: Am 30. Juni endet das Projekt. Begründung des Vereins: Die Preise für Sekundärrohstoffe sinken. Darüber hinaus hat die EU für Kunststoff festgelegt, dass in Zukunft die Flaschen mit dem Deckel verbunden sein müssen.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare