Schwarzenbergtheater präsentiert neues Programm "Philoso-vieles"

Ur-Melsunger macht den Sokrates

Bissiges Trio: Justus Riemenschneider, Mitte, präsentiert sein neues Programm - ihm zur Seite stehen am Akkordeon Welf Kerner und Schauspielerin Julia Dernbach (beide aus Kassel).

Melsungen. Was haben der ahle Ur-Melsunger Justus Riemenschneider, Aristoteles und Platon gemeinsam? Sie stehen ab Dienstag, 29. April zusammen auf der Bühne. Naja, nicht direkt, aber Bernd Köhler kann man mit seinem neuen Programm "Philoso-vieles" auf der Bühne in Schwarzenberg erleben.

Und er hat sich nicht weniger vorgenommen, als den Zusammenhang zwischen den antiken Dichtern und Denkern sowie der nordhessischen Kultur zu erklären. Völlig unakademisch. Das ist bei Justus Riemenschneider doch klar.

Unterstützt wird Riemenschneider dabei vom Komponisten, Sänger und Musiker Welf Kerner aus Kassel und der Schauspielerin Julia Dernbach, ebenfalls aus Kassel.

Kostprobe gefällig: Riemenschneider erklärt beispielsweise, warum die Nordhessen nicht durch die Wüste müssen, um ins gelobte Land zu kommen. "Na, wir leben doch schon im Dreistromland zwischen Fulle, Schwalm und Eder." Die Werra zähle nicht: "Die ist doch schon der Grenzfluss zum Ural und der Ukraine."

Tatsächlich gehe es etwas unpolitischer zu als sonst: Dafür habe es diesmal etwas mehr Philosophisches. Mit so Vorsilben hält es Riemenschneider auch nicht. Auf dem Programm stehe außerdem eine Menge Schulstoff. Zum Beispiel Heimatkunde und Deutschunterricht mit Justus Riemenschneider. "Wir haben viel zu viele Vorsilben und so'n Zeugs. Einen Veterinär gibt's bei uns nicht. Wir haben einen Tierarzt." Egal ob als Hausmeister, Hilfslehrer oder Hegegemeinschaftler, immer wieder wird er von der scharfzüngigen Julia Dernbach in seine Schranken gewiesen.

Der Musiker und Sänger Welf Kerner, meist am Akkordeon, bestreitet mit ihr gemeinsam das Musikprogramm.

Das besteht aus nachdenklichen Liedern, Eigenkompositionen, auch aus volkslieder-ähnlichen Musikfragmenten und Tonkollagen

Riemenschneider wird dabei den Nordhessen stilsicher, grantelnd und humorvoll sezieren. Ein Blick in unsere Wohnzimmer darf dabei nicht fehlen. Aber dazu mehr im Stück.

Rolf Römer führt beim neuen Stück Regie. Etwa alle zwei Jahre bringt Bernd Köhler ein eben solches auf die Bühne. Seit nunmehr 25 Jahren unterhält er mit seinem satirischen Blick auf die Welt Tausende Besucher in Schwarzenberg.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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