Zahl der Ruhestätten, die nicht viel Pflege brauchen, nimmt in Melsungen zu

Melsungen: Der Trend geht zu Urnengräbern

Melsungen. Auf den Melsunger Friedhöfen geht der Trend eindeutig hin zu Urnengräbern. Seit 2009 sind Urnenrasengräber neu hinzugekommen. Zuletzt hatte es wegen dieser eigentlich als pfleglos angebotenen Ruhestätten ein wenig Verwirrung gegeben, sagt Bürgermeister Markus Boucsein.

Melsungen. Auf den Melsunger Friedhöfen geht der Trend eindeutig hin zu Urnengräbern. Seit 2009 sind Urnenrasengräber neu hinzugekommen. Zuletzt hatte es wegen dieser eigentlich als pfleglos angebotenen Ruhestätten ein wenig Verwirrung gegeben, sagt Bürgermeister Markus Boucsein.

Die Gräber seien mit Platte oder Stele ohne Bepflanzung so ausgelegt, dass sie über- oder ummäht werden können. Die Platten hätten aus diesem Grund eine vorgeschriebene Größe, die nicht verändert werden dürfe. Diese Information sei in der Einwohnerschaft noch nicht weitverbreitet. Spätestens im Sommer werde es daher noch ein Informationsblatt für die Bestatter und Steinmetze geben, sagt Karola Schwarz vom Standesamt der Stadt.

Das Angebot der Urnenrasengräber richtet sich vornehmlich an Hinterbliebene, die nicht vor Ort wohnen, oder keine Zeit haben, sich um die Grabstätten zu kümmern. In Obermelsungen auf dem Friedhof gibt es zusätzlich noch eine Urnenwandkammer und ganz neu sind Urnen-Baumgräber. Um besonders schöne alte Bäume herum werden die Urnen unter einer Platte herum angeordnet. "Wir wollen den Menschen pfleglose Alternative bieten, damit die Verstorbenen nicht in der Anonymität verschwinden", sagt Schwarz.

Wurde im Jahr der Einführung der Urnenrasengräber (2009) von 100 Urnenbeisetzungen nur eine in einem Rasengrab beigesetzt, waren es 2011 schon zehn von 101. Im vergangenen Jahr gab es 130 Urnenbeisetzungen: davon 20 Urnenrasengräber, neun Urnenwandkammern und sechs Urnen-Baumgrabstätten.

Im selben Zeitraum ging die Zahl der klassischen Erdbeisetzungen von 71 auf 53 zurück.

Die Beisetzungswünsche der Menschen veränderten sich stetig, sagt Schwarz. Darauf reagiere man regelmäßig mit Änderungen in der Friedhofssatzung. Einmal jährlich tagt die Friedhofskommission. So seien beispielsweise die Gestaltungsvorschriften abgeschafft worden. Dies hätte anfänglich zwar zu Besorgnis geführt, aber der erweitere Spielraum werde pietätvoll gebutzt. Bei Kindergräbern sei man sogar noch großzügiger.

Eine Besonderheit auf Friedhöfen der Region sei außerdem das islamische Grabfeld auf dem Neuen Friedhof in Melsungen. Denn nach jahrelanger Nichtnutzung sei dort jetzt ein muslimische Mitbürger bestattet. Das Grabfeld ist geografisch exakt nach Mekka ausgerichtet. Üblicherweise würden Muslime in ihren Heimatländern bestattet, sagt Boucsein.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare