Wirtschaftsministerium fördert neues Konzept für Melsungen mit 780 000 Euro

Melsunger Bahnhof wird umgebaut - Neues Konzept integriert Kunst

Mischer, Rohre, Bordsteine: Der Melsunger Bahnhof ist eine Großbaustelle – gestern arbeiteten die Bauunternehmen an einem neuen Fundament. Foto: Grugel

Melsungen. Der Melsunger Bahnhof wird mit großem Aufwand umgebaut. Künftig wird er deutlich mehr sein als ein Anlaufpunkt für Reisende. Das Empfangsgebäude soll auch zu einem Ort für Kultur, Jugend und Tourismus werden.

Für dieses Konzept erhalte die Stadt einen Zuschuss von 780.000 Euro, heißt es in einer Mitteilung des hessichen Wirtschaftsministeriums.

„In Melsungen macht der Bahnhof demnächst Musik“, erklärte Wirtschaftsminister Dieter Posch im Hinblick auf die künftige Unterbringung der Musikschule im Bahnhofsgebäude. Nach dem Umbau sollen dort neben der Musikschule, die Volkshochschule sowie ein neu konzipiertes Bistro Einzug halten. Über das Bistro werde auch der Fahrkartenverkauf und die Ausgabe von Infomaterial für Touristen organisiert.

Teilbereiche sollen als technische Betriebsräume für Bahnzwecke beibehalten werden.

Die Stadt habe insgesamt nun Zuschüsse von 1,9 Millionen Euro für dieses Projekt erhalten, heißt es aus dem Ministerium. Die Kosten betragen 3 Millionen Euro; 1,1 Millionen Euro übernimmt die Stadt.

Die Stadt hatte das Gebäude 2008 von der Deutschen Bahn gekauft, da es einen erheblichen Sanierungsbedarf aufwies und in wesentlichen Teilen seit Jahren leer stand. Posch: „Inzwischen hat sich einiges getan. Aber die Umbauarbeiten sind noch nicht beendet. Ich freue mich als Melsunger sehr, dass wir dazu beitragen können, einen Bahnhof für alle zu schaffen, sowohl für die Melsunger als auch für die Region, für Kinder und Jugendliche und für Touristen. Die Wiederbelebung des Bahnhofs sei ein Ziel des Stadtumbauprogramms in Hessen, von dem die Stadt Melsungen als Mitglied des Zweckverbandes Mittleres Fuldatal profitiere.

Der Verband hatte auch den Förderantrag gestellt. Aus dem Programm Stadtumbau in Hessen hatte die Stadt im vergangenen Jahr bereits 361 000 Euro erhalten. Da das Gebäude auch weiterhin den Reisenden als Bahnhof zur Verfügung steht, hatte es 2010 eine Finanzhilfe von 767 000 Euro über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetze gegeben.

Der Umbau des Melsunger Bahnhofs wird voraussichtlich in einem Jahr abgeschlossen sein. Dann können Volkshochschule und Musikschule in die neuen Räume einziehen. Diesen Termin nannte gestern Martin Dohmann, der Leiter des Melsunger Bauamts. Mit den künftigen Nutzern sei ein Raumkonzept erarbeitet worden, das alle Beteiligten zufriedenstelle.

Nach der Umgestaltung des Busbahnhofs - die Fahrzeuge werden künftig direkt vor dem Bahnhofs halten - sei die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr optimal. Dohmann: „Besser geht es für die Vhs und die Musikschule eigentlich nicht.“

Ein noch recht neues Konzept verfolgt der Nordhessische Verkehrsverbund beim Fahrkartenverkauf. Die Backwarenfabrik Klabunde hat als Agenturpartner bereits jetzt den Ticket-Verkauf für die Bahn und den NVV übernommen, der nach Fertigstellung des 150 Quadratmeter großen Bistros in diesen Bereich integriert wird. Ähnlich ist der Fahrkartenverkauf am Bahnhof in Eschwege organisiert.

Neues Leben ist bereits in den ehemaligen Güterschuppen eingezogen. Der Starthilfe Ausbildungsverbund hat sich dort unter anderem Werkstatträume eingerichtet. Schulungsräume gibt es im ehemaligen AOK-Gebäude. (hro)

Quelle: HNA

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