Geschäftsführer Professor Alexander Schachtrupp über schwere Zeiten für Stiftungen.

Interview: Melsunger B. Braun-Stiftung mit gutem Jahresergebnis

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Melsungen. Die B. Braun-Stiftung unterstützt jährlich mit bis zu einer Million Euro die medizinische Forschung und Fort- und Weiterbildung.

Am Freitag gab Geschäftsführer Professor Alexander Schachtrupp die Ergebnisse bekannt. Wir haben mit ihm gesprochen. Für Tagesgeld gibt es derzeit nur 0,18 Prozent Zinsen. Schwere Zeiten für Stiftungen.

Herr Professor Schachtrupp, wie stellen Sie die Stiftungsarbeit sicher? 

Schachtrupp: Das ist eine Herausforderung. Wir benötigen eine Verzinsung von sieben Prozent, nur um das zu halten, was wir machen.

Wie gelingt Ihnen das. 

Schachtrupp: Einen Bonus von B. Braun gibt es nicht, aber wir sind mit 20 Prozent des Kapitals am Aktienmarkt aktiv geworden.

Die Stiftung hat mit der Förderung der medizinischen Forschung, der Förderung von Veranstaltungen und Stipendien drei Standbeine. Wo liegt der Schwerpunkt?

Schachtrupp: Wir unterstützen mit 600.000 Euro jährlich die Wissenschaft, 400.000 Euro entfallen auf die medizinische Forschung. Derzeit fördern wir 25 Forschungsprojekte.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Projekte aus? 

Schachtrupp: Die Entscheidung fällt im Kuratorium. Wir geben bewusst keine Themenbereiche vor - lediglich ein klinischer Bezug muss gegeben sein. Unsere Förderung soll Starthilfe für junge Wissenschaftler sein. Daher ist eine Zweifachförderung nur in Ausnahmen möglich.

Das bedeutet, dass es keine Verzahnung mit den Interessen von B. Braun gibt. 

Schachtrupp: Das ist richtig. Unsere Zielsetzung ist es, das öffentliche Gesundheitswesen zu fördern, die Qualität in Forschung und Praxis zu verbessern und für alle Menschen zugänglich zu machen.

Gibt es eine Evaluation zu Ihren Projekten? 

Schachtrupp: Es gibt Berichte über den Fortschritt der Forschung und wir wollen, dass die jungen Wissenschaftler ihre Ergebnisse publizieren.

Das zweite große Feld sind Veranstaltungen. Was machen Sie in diesem Bereich? 

Schachtrupp: 500.000 Euro stellen wir für Veranstaltungen zur Verfügung, die den Austausch von Fachgruppen fördern und Führungsqualitäten vermitteln. Der dritte Bereich sind individuelle Stipendien - zum Beispiel ermöglichen wir Auslandserfahrung.

Hintergrund

Die B. Braun-Stiftung setzt sich für die Förderung des pflegerischen und medizinischen Nachwuchses ein. Sie hat trotz des niedrigen Zinsniveaus ihr Fördervolumen gesteigert. Mit etwa einer Million Euro Fördergeld hat die Stiftung 200.000 Euro mehr als 2013 investiert. Auf der Kuratoriumssitzung am Donnerstag stellte Prof. Dr. Alexander Schachtrupp, Geschäftsführer der B. Braun-Stiftung, die Bilanz für 2014 vor.

Lexikonwissen: B. Braun im HNA Regio-Wiki

Insgesamt hat die B. Braun-Stiftung 2014 49 Projekte gefördert. Dazu zählen 18 Forschungsprojekte, zehn Stipendien und 21 Veranstaltungen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sie ihre Fördergelder für die medizinische Forschung mit knapp 400 000 Euro nahezu verdoppelt. Auch gestiegen ist die Anzahl der Veranstaltungen.

Neben der Fortbildung für Pflegende in Kassel, zu der 1400 Teilnehmer aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland kamen, profitierten fast 50 Nachwuchsführungskräfte vom berufsübergreifenden Mentoringprogramm. „

In Nordhessen gehört die B. Braun-Stiftung mit einem Stammkapital von fast 19 Millionen Euro zu den größeren Stiftungen. Zu den größten deutschen Stiftungen zählt die Robert-Bosch-Stiftung mit einem Vermögen von mehr als fünf Milliarden Euro, die Dietmar-Hopp-Stiftung hat eine Vermögen von 4,3 Mrd.

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Quelle: HNA

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