Melsunger Katholiken besuchten die Messe mit dem Papst in Erfurt

Winfrid Mathes

Melsungen. Monate vor dem Besuch von Papst Benedikt in Deutschland begann das Anmeldeprocedere, um die Heilige Messe besuchen zu können, die Papst Benedikt XVI. in Erfurt auf dem Domplatz mit 30 000 Christen zelebrierte. Aus Melsungen waren die Ehepaare Mathes, Foet und Losleben dabei.

Sie waren kurz nach Mitternacht am frühen Samstagmorgen gestartet, um pünktlich auf dem Domplatz zu sein.

„Das ist der Nachfolger des Heiligen Petrus. Da ist es ein Gebot der Höflichkeit, hinzufahren“, berichtet Winfrid Mathes, der sich am vergangenen Samstag mit einer Gruppe Melsunger aufgemacht hatte, den Papst in Erfurt zu sehen.

Wenn der Papst nach Deutschland kommt, der ein Landsmann ist - diese Gelegenheit wollte das Ehepaar Mathes nicht verstreichen lassen. Früher wäre es mit ihren vier Kindern schwierig gewesen, erzählen sie. Die sind inzwischen erwachsen. Schon vor den Sommerferien schrieben sich die Melsunger beim Pfarrfest in die Papstbesucher-Listen ein. Insgesamt waren zwölf Leute aus der katholischen Kirchengemeinde Mariae Himmelfahrt Melsungen dabei, die Malsfeld, Körle und Guxhagen einschließt.

In Ziegenhain starteten zwei Busse mit Katholiken aus dem Schwalm-Eder-Kreis. Die Melsunger fuhren kurz nach Mitternacht nach Wabern, wo sie um 1 Uhr in den Bus zusteigen konnten. Um 4.30 Uhr waren sie in Erfurt. Nur in der Zeit zwischen 5 und 7 Uhr war Einlass für die Gottesdienstbesucher auf den Domplatz eingelassen, so Mathes.

Die Wartezeit ließ sich gut überbrücken. Die Ehepaare hatten sich Proviant für ein Frühstück mitgenommen, das sie bei einem morgendlichen Picknick teilten. Selbst Klappstühlchen hatten sie dabei, ohne Lehne, wie es in den Sicherheitsvorschriften verlangten.

Für Inge Mathes ist das Gemeinschaftsgefühl noch sehr präsent, das sich unter den Wartenden in den frühen Morgenstunden des Samstags entwickelte. „Es ergaben sich schnell Gespräche“, beschreibt ihr Mann, Rechtsanwalt und Notar, die lockere Atmosphäre. Um 7 Uhr wurde es hell, der Tag bescherte ihnen strahlenden Sonnenschein. Eineinhalb Stunden dauerte die Heilige Messe. „Es war schon ergreifend“, sagt die Lehrerin Inge Mathes. Ihre Familie ist bemüht, „im Glauben zu leben“. „Das spielt für uns eine große Rolle“, sagt sie.

Tief berührt zeigte sich auch Christian-Peter Foet, Leiter des Forstamts Melsungen, der mit seiner Frau Madelaine dabei war. „Es war für mich ein großes Erlebnis. Ich möchte die Stunden in Erfurt nicht missen“, sagt er. „Es war sehr ergreifend“, erinnert er sich. (alx)

Quelle: HNA

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