Melsunger Kaufleute schlagen Rückbau der Fußgängerzone vor

+
Umstritten: Das Bild zeigt einen versenkbaren Poller am Eingang der Homberger Fußgängerzone.

Melsungen. Die Melsunger Einzelhändler sprechen sich gegen Poller in der Fußgängerzone aus. Nach Plänen von SPD- und FDP-Fraktion sollen am Ende der Rotenburger Straße, am Beginn der Brückenstraße (vom Sand aus) und an der Oberen Steingasse versenkbare Poller installiert werden.

"Wir halten das für problematisch. Es ist eine negative Botschaft an Besucher", sagt Jürgen Gaebler, Vorsitzender der Gemeinschaft des Melsunger Einzelhandels (GME).

Die Poller wirkten wie eine Abschottung der Fußgängerzone. Autofahrer könnten auch zu offenen Zeiten (derzeit bis 10 Uhr) eine Einfahrt meiden.

Die Bestrebungen der Politik, die Fußgängerzone weiter zu beruhigen, müsse überdacht werden, sagt auch Joachim Vockeroth, 2. Vorsitzender der GME. Der Zeitdruck müsse aus der Diskussion genommen werden. Es bestehe keine Eile für einen solchen Beschluss. Kritisiert wird von der GME auch, dass der Vorschlag, ein Konzept zur Entwicklung der Innenstadt in Auftrag zu geben, keinen Anklang gefunden habe. "Die Innenstadt mit Fußgängerzone besteht so seit etwa 25 bis 30 Jahren. Viele Parameter haben sich in dieser Zeit geändert", sagt Vockeroth. Beispielsweise gebe es Stadtplaner, die einen teilweisen Rückbau von Fußgängerzonen für sinnvoll erachten. Ein Berater der Industrie- und Handelskammer hätte dies für Melsungen beispielsweise empfohlen. Fußgängerzonen müssten ihrer Frequentierung angepasst werden. Ein kleinere Fläche sei mitunter ratsam.

Eine Öffnung der Brückenstraße mit wechselseitigen Kurzzeitparkplätzen und eine Ausfahrt über die Fritzlarer Straße sei von der GME ins Spiel gebracht worden, aber nicht im Ansatz diskutiert worden, kritisiert Gaebler. Der Marktplatz könnte dabei optisch mit Bäumen abgegrenzt werden. Zum Anwohnerschutz könnte die Durchfahrt auf den Zeitraum von 7 bis 19 Uhr beschränkt werden, fügt Vockeroth an.

Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei aber grundsätzlich konstruktiv. So werde zum Beispiel über eine Verlängerung der Anlieferzeiten, ein Wunsch der Einzelhändler, diskutiert. (ddd)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare