Melsunger Kirche kämpft um Amt: Kreissynode sieht keine Gründe für Fusion

Melsungen. Die Synode des Kirchenkreises Melsungen hat sich erneut für den Erhalt des Kirchenkreisamtes (KKA) in Melsungen ausgesprochen. Einstimmig  bei einer Enthaltung hat die Synode im Lutherhaus einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Da inzwischen eine Antwort des Landeskirchenamtes vorliegt, bestätigte die Kreissynode "nochmals ihre Haltung und sieht derzeit keinen Handlungsbedarf für Strukturmaßnahmen hinsichtlich des Kirchenkreisamtes". Das KKA Melsungen hat 14 Mitarbeiter und einen Auszubildenden. Ein weiterer Auszubildender kommt im Sommer hinzu.

Im neuen Beschluss bestätigt die Kreissynode Melsungen die Selbstständigkeit des Kirchenkreisamtes Melsungen als ortsnahe und effiziente Einrichtung des Kirchenkreises Melsungen und hält fest, dass es weiterhin weder in rechtlicher, organisatorischer, finanzieller, wirtschaftlicher oder verwaltungstechnischer Hinsicht Gründe für eine größere Verwaltungseinheit gibt.

Der neue Beschluss hat auch diesen Hintergrund: Zum Oktober 2012 war ein neues KKA Fritzlar-Homberg mit Sitz in Homberg geschaffen worden. Landesbischof Dr. Martin Hein hatte im April in Fritzlar erklärt, auf lange Sicht plane die Landeskirche, dass es für einen Landkreis auch nur noch ein KKA geben solle. Die Ämter in Melsungen und Ziegenhain würden also irgendwann nach Homberg umsiedeln. Die Kreisstadt sei dafür als zentraler Standort geeignet, hatte Hein gesagt. Dies hatte in den Kirchenkreisen Melsungen und Ziegenhain für Unruhe gesorgt.

"Wir wollen unser Kirchenkreisamt im Melsungen behalten" sagte Ruthild von Dörnberg, Präses der Kreissynode, am Mittwochabend. Und das habe sie auch dem Bischof gesagt. Wenn ein KKA  wie Melsungen kostendeckend und gut arbeite, gebe es keinen Grund für größere Einheiten.

Solide Arbeit

Die Kreissynoden und nicht die Landeskirche hätten über die Kirchenkreisämter zu entscheiden, sagte von Dörnberg. Und das habe Bischof Hein ihr auch bestätigt. Hein habe gesagt, er verstehe die Aufregung nicht. "Ich schon", hat von Dörnberg nach ihren eigenen Worten geantwortet. Das KKA Melsungen arbeite "ausgesprochen solide" und verwalte nicht nur Geld.

Vor den Synodalen sagte die Vorsitzende, die Synode lasse es sich nicht gefallen, dass über ihr KKA von anderer Stelle entschieden werde. Deshalb gebe es die neue Beschlussvorlage. Sie war vom Leiter des KKA Melsungen, Stefan Ochs, und Dekan Norbert Mecke vorgelegt worden.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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