Melsunger Lindenbergstraße ab Montag gesperrt: Kanalbau geht weiter

Das Material liegt schon parat: Ab Montag ist die Melsunger Lindenbergstraße gesperrt. Die Arbeiten an Kanal- und Wasserleitungen sollen bis zum nächsten Frühjahr dauern. Foto:  Brandau

Melsungen. Die Melsunger Lindenbergstraße wird ab Montag, 27. Oktober, bis zum Frühjahr gesperrt. Solange dauert es nach Einschätzung von Bauamtsleiter Martin Dohmann, bis dort die Kanal- und Wasserleitungen erneuert sind und die Straßendecke wieder geschlossen ist.

Die Ausweichstrecken führen über die Dreuxallee und den Pfieffrain.

Für Schüler der Radko-Stöckl-Schule, der Gesamtschule und der Geschwister-Scholl-Schule, für die Schwimmbadbesucher und die Nutzer der Sporthalle bedeutet das lästige Umwege - für die Anwohner aber bedeutet das viel Lärm und Ungemach - über Monate hinweg. Bürgermeister Markus Boucsein ist das durchaus bewusst: „Wir versuchen, die Beeinträchtigungen für die Anwohner auf ein Mindestmaß zu reduzieren.“

Doch Boucsein weiß auch, dass keine Baustelle dieser Welt ohne Dreck und Krach auskommt. Deshalb ist er froh über das Verständnis, das die Stadtverwaltung von vielen Anliegern dafür erfahren habe, dass an vielen Stellen in der Stadt gebuddelt und gebaggert wird.

Insgesamt 20 Millionen Euro hat die Stadt Melsungen zwischen 2012 und 2014 in die Bereiche Kanal, Wasser und Straßen investiert. Dafür musste sie den Schuldenstand leicht erhöhen, außerdem nutzte sie Geld aus dem Sofortprogramm Abwasser des Landes Hessen. „Das erlaubt uns eine wirtschaftliche Finanzierung“, sagt Boucsein. Aber es setzt auch ein zeitliches Limit: Bis Ende nächsten Jahres müssen die Baustellen in Sachen Abwasser abgeschlossen sein.

Deshalb geben die Bauarbeiter auch mächtig Gas: „Es gibt fast keinen Melsunger, der in den letzten Jahren und Monaten keinen Bagger in seiner Straße gesehen hat“, sagt der Bürgermeister.

Die Stadt habe in Sachen Kanalsanierung einen echten Kraftakt gestemmt: Ob Hilgershäuser Straße, Kesselberg, Schloth, Röhrenfurth, Sonnenhang, Grüne Straße, Unteres und Oberes Bachfeld und jetzt die Lindenbergstraße: An vielen Stellen blieb kein Stein auf dem anderen, auch in Obermelsungen sollen noch in diesem Jahr die Kanalbauarbeiten beginnen. „Aus baulicher Sicht bedeutet das alles einen großen Sprung für die Melsunger Infrastruktur“, sagt Martin Dohmann.

Dieser Sprung sei auch dringend nötig gewesen, sagt er: Die Stadt habe einen großen Altbestand an Leitungen und Kanäle erneuern müssen. „Viele davon stammten noch aus den Jahren um 1900. Man muss sich wundern, dass die überhaupt so lange gehalten haben“, sagt Dohmann.

Für die Stadt - und wohl auch die Anlieger der Lindenbergstraße - hätten sie wohl gut und gerne noch weitere hundert Jahre halten können. Denn 2,5 Millionen Euro muss Melsungen nun für die Bauarbeiten berappen. Die sollen erst im Frühjahr abgeschlossen sein. Das ist noch sehr lange hin. „Wir haben Verständnis fürs Leid der Anwohner“, sagt Bürgermeister Boucsein: „Aber gleichzeitig kommen wir um solche Pflichtaufgaben nicht drum herum.“

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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