Melsunger Magistrat informierte sich über Zustand des Waldes

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Besuch im Wald: Mit dabei waren (von links) Forstwirt Jürgen Schneider, Revierleiter Erwin Heckmann, Karl Trieschmann (stellvertretender Leiter des Bauamtes), Erster Stadtrat Fritz Voit, Stadtrat Claus Schiffner, Stadträtin Ulrike Hund, Stadträtin Barbara Braun-Lüdicke, Forstamtsleiter Christian-Peter Foet, Stadträtin Christian Rößler, Thomas Garde (Leiter Haupt- und Personalamt), Bürgermeister Markus Boucsein und Forstwirt Udo Hebeler.

Melsungen. Ein gesunder Wald braucht Pflege. Was dazu in der Vergangenheit getan wurde und was in Zukunft geplant ist, hat das Forstamt Melsungen dem Magistrat in einem Waldbegang im Stadtwald vorgestellt.

Alle zwei Jahre wird diese gemeinsame Exkursion unternommen. Bei ihrem Rundgang steuerte die Gruppe fünf Punkte an. Zentrale Themen waren die Pflege des Waldes, seine Vitalisierung und Stabilisierung. Gegenüber der Roteiche, der ersten Station des Waldbeganges, lässt das Forstamt einen Mischwald mit Birken, Weiden, Fichten, Kiefern und Ebereschen neu entstehen. „Die Fläche war durch einen Sturmschaden frei geworden. Wir haben dort Bäume gepflanzt und sie mit einem Weisergatter umzäunt, damit sie ohne Verbiss durch Wildtiere wachsen können“, erklärte Revierleiter Erwin Heckmann.

Der Vergleich der Situation innerhalb und außerhalb des Gatters zeige, wie stark der Wildbestand die Waldverjüngung beeinflusst. „Dank des Weisergatters kann man sehen, was ohne Wildschäden im Wald möglich wäre“, sagte Heckmann. Das Gatter sei aus nicht imprägnierten Dachlatten gebaut. Nach etwa zehn Jahre beginne es zu verrotten und baue sich schließlich selbst wieder zu Humus ab.

Von der Roteiche zogen die Exkursionsteilnehmer weiter zur Otto-Dannenberg-Hütte. Dort werden im Winter einzelne Bäume entnommen, um die Sicht in das Pfieffetal wieder herzustellen.

Von dort aus ging die Gruppe zu einem Bestand, in dem die Stammzahl von Fichten reduziert wurde. Dort hatte sich aus der selbstständigen Saat umstehender Bäume ein neuer Jungbestand entwickelt. „Diese Naturverjüngung ist von etwa 60 000 auf 1500 Stämme pro Hektar reduziert worden“, berichtete Forstamtsleiter Christian-Peter Foet.

Zudem zeigten die Mitarbeiter des Forstamtes dem Magistrat einen Bestand, in dem im Winter eine neue Wildäsungsfläche angelegt wird. Sie werde bestellt, um dem Wild Äsung, also Nahrung, bereitzustellen und so Wildschaden zu verhüten, erklärte Foet. Dadurch sollen dort junge Buchen heranwachsen können.

Der letzte Exkursionspunkt war ein Jungbestand, der mit einem Holzvollernter durchforstet worden war. Vor allem in der Krone benötigten Bäume Raum, um sich zu einem kräftigen und standfesten Baum entwickeln zu können. Die Durchforstung, also die gezielte Entnahme von Bäumen, diene daher der Stabilisierung und Vitalisierung des Waldes.

Von Nicole Schippers

Quelle: HNA

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