Melsunger Pferdewirtin Franziska Lassas ist Deutschlands Beste

Reiten ist Beruf und Hobby: Franziska Lassas reitet seit ihrem fünften Lebensjahr. Fotos: privat

Melsungen/Rengshausen. Mit der Note 1,1 hat die Melsungerin Franziska Lassas ihre Abschlussprüfung zur Pferdewirtin abgeschlossen.

Damit ist sie die beste Absolventin ihres Jahrgangs in ganz Deutschland und wurde mit der Graf von Lehndorff-Plakette in Bronze ausgezeichnet.

Im Jahr 2011 begann die junge Frau ihre Ausbildung bei der Stiftung Beiserhaus in Rengshausen in der Pferdewirtschaft. Sie wuchs in einem landwirtschaftlichen Betrieb auf. Da Franziska bereits während ihrer Ausbildungszeit vorzügliche Leistungen zeigte, wurde ihre Ausbildungszeit auf zweieinhalb Jahre verkürzt.

„Pferdewirtin war eigentlich schon immer mein Kindheitstraum.“

Weshalb wird man Pferdewirtin? „Eigentlich war das schon immer mein Kindheitstraum“, erzählt die fröhliche, sympathische junge Frau, der man nicht ansieht, welche Torturen sie schon hinter sich hat. Ursprünglich wollte sie Grundschullehrerin oder Physiotherapeutin werden, berichtet die 22-Jährige, die vor ihrer Ausbildung an der Radko-Stöckl-Schule in Melsungen im Fachbereich Sozialwesen ihr Fachabitur machte.

Es war ein Schock, als bei ihr wenige Wochen nach Abschluss der Schule nach Wochen der Unklarheit die Diagnose Morbus Hodgkin gestellt wurde - Lymphdrüsenkrebs. Gerade das Abitur in der Tasche, waren es die Krankheit und der Wille, wieder gesund zu werden, Chemo-Therapien, Arztbesuche und Aufenthalte in Kliniken, die die nächsten Wochen bestimmten. Nach knapp einem Jahr war der Krebs überwunden.

Sicher sei Pferdewirt ein Knochenjob, wenn man das mit Herz und Seele mache. Schwere Arbeit und leider ein geringer Verdienst, erzählt die Melsungerin, die inzwischen ein Studium aufgenommen hat. Ziel sei, weiterhin mit Pferden zu arbeiten.

Seit ihrem fünften Lebensjahr reitet sie, seit dem 13. Lebensjahr hat sie im Turniersport viele Platzierungen in den Klassen E und A in Nordhessen geholt. Bei den Lassas’ in der Mittelhöhle in Melsungen gibt es Pensionspferde und ihre eigenen, den 28-jährigen Haflinger Shakkan und zwei jüngere Pferde, die Stute Amicelli und den Wallach Campino, die dort geboren wurden. Mit Pony Pedro und Esel Emma haben sie auch Gesellschaft.

Und was ist das Wichtigste beim Umgang mit den Tieren? „ Pferd und Reiter müssen harmonieren“, sagt Deutschlands beste Pferdewirtin. (zal)

Von Alexandra Lache-Elsen

Konsequent, ehrgeizig und zielstrebig

Voll des Lobes für seine beste Pferdewirt-Absolventin ist auch Franziska Lassas Ausbilder, der Pferdewirtschaftsmeister Andreas Högel: „Sie ist sehr konsequent, auch zu sich selber, sehr ehrgeizig und sehr zielstrebig.“

Was die junge Frau auszeichnete, war, dass sie einerseits schon viel Wissen mit in ihre Ausbildung mitgebracht habe und im Hinblick auf ihre vorzüglichen schulischen Leistungen sogar ein zweites Mal hätte verkürzen können. „Ich habe sie nur ungern gehen lassen“, sagt ihr Ausbilder.

„Dort würde ich jederzeit wieder hingehen“, berichtet Franziska Lassas über ihre Lehrzeit unter ihrem Chef Andreas Högel vom Beiserhaus. Sie hatte das Glück, dass sie dort vieles machen durfte, angefangen vom Bewegen der Tiere und Reiten über Reitunterricht geben bis hin zum Assistieren, wenn der Schmied oder Tierarzt kam.

Ihren Job hat Franziska Lassas also von der Pike auf gelernt. Für ihre Abschlussprüfung wurde sie im Longieren, Reiten, Springen und im Aufsitzen geprüft. Im zweiten Teil galt es, Fragen zum Thema Fütterung und Gesundheit der Pferde zu beantworten. Im dritten Teil lautete die Anforderung, Pferde zu verladen. Nach der Ausbildung legte Franziska erfolgreich die Prüfung für einen Trainerschein der Klasse C für Basissport ab. (zal)

Quelle: HNA

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