Waghalsige Sprünge

Melsunger tritt bei Fahrradtrial-Weltmeisterschaft in Norwegen an

Melsungen. Lukas Hoppe springt mit seinem Rad von einem Baumstumpf zum anderen. Mehrere Meter liegen dazwischen. Und die Fläche, auf der er mit seinem Hinterrad landen kann, ist auch nicht besonders breit. In dieser Woche tritt der 17-jährige Melsunger bei der Fahrradtrial-Weltmeisterschaft in Norwegen an.

Dabei gilt es, auf dem Rad Hindernisse zu überwinden. Wer zum ersten Mal sieht, wie der 17-jährige Melsunger auf meterhohe Gesteinsbrocken aus dem Stand hüpft oder auf dem Hinter- und Vorderrad balanciert, der hat im ersten Augenblick Angst um die Knochen des Schülers.

Doch der hat sich in der Sportart des Fahrradtrials bisher keine schweren Verletzungen zugezogen. In dieser Woche tritt er bei der Weltmeisterschaft in Norwegen an.

Lukas Hoppe kommt durch den Sport ganz schön herum: Er war er bei der Europameisterschaft 2013 in Bern und der Weltmeisterschaft in Südafrika. In diesem Jahr nahm er an der EM in Polen teil - jetzt folgt die WM in Norwegen.

„Ich hoffe auf das Finale“, sagt Hoppe. Damit würde er zu den besten acht der Welt gehören. In diesem Jahr tritt er sogar in zwei Klassen an: Mit dem Rad in der 20-Zoll-Klasse bei den größeren Rädern von 26-Zoll.

Bei dieser Sportart geht es um um Präzision, Geschicklichkeit und Kraft: Innerhalb zweieinhalb Minuten müssen bei der WM in Norwegen verschiedene Hindernisse mit unterschiedlichen Techniken auf dem Rad überwunden werden. „Wir wissen nie, was uns erwartet“, sagt Hoppe.

Kommt der Teilnehmer mit dem Fuß dabei von den Pedalen ab und muss sich abstützen, gibt es einen Strafpunkt.

Wer am Schluss am wenigsten Strafpunkte in einer vorgegebenen Zeit gesammelt hat, landet auf dem Treppchen.

Für das internationale Turnier hat sich der 17-Jährige über die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Dabei tritt er gleichzeitig für den Automobilsportclub Melsungen (ASC) an, bei dem er mehrmals die Woche trainiert, und für eine Auswahl von Fahrern aus Norddeutschland, die sich „Bikes in motion“ nennen. „Eigentlich ist es aber ein Einzelsport“, sagt Hoppe, der die 12. Klasse der Geschwister-Scholl-Schule in Melsungen besucht.

Angst vor den Hindernissen hat er nach neun Jahren Training nicht mehr. Einst hatte er mit seinem Vater eine Fahrrad-Trial-Meisterschaft in Melsungen besucht. Seitdem hat ihn der Sport nicht mehr losgelassen.

Neben dem Training beim ASC trainiert Hoppe noch individuell mehrmals in der Woche im Fitnesscenter. Im Kopf müsse man während eines Wettkampfs natürlich auch frei sein. „Wenn der Kopf nicht mitmacht, kannst du es vergessen“, sagt Hoppe.

Zudem müsse man bei Techniken wie den Hinterrad- und Vorderradsprüngen mit Selbstvertrauen rangehen.

Finanzieren kann sich der Schüler über Sponsoren. Das Geld legt er aber meistens zunächst aus. „Am Ende komme ich aber bei Null wieder raus“, sagt er.

Von Max Holscher

Quelle: HNA

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