Wohnen im Zentrum

Melsunger Viertel zwischen Cyllsgasse, Vorderes Eisfeld und Kirchstraße wird saniert

Raum zum Zusammenleben: Ein gemeinsamer, begrünter Innenhof soll die beiden Wohnhäuser verbinden.

Melsungen. An der Ecke Cyllsgasse/Kirchstraße in der Melsunger Innenstadt klafft seit ein paar Tagen eine Lücke. Das baufällige Doppel-Eckhaus ist abgerissen worden. An seiner Stelle soll ein Neubau mit acht Wohnungen entstehen.

Und in dem Häuserblock gegenüber der Stadtkirche tut sich noch mehr: „Das Quartier wird praktisch vollkommen saniert“, sagt Bauherr Ludwig Georg Braun. Ziel des Bauprojekts sei, die Innenstadt attraktiver zu machen: „Das Viertel wird aufgewertet“, sagt Braun.

Gleich neben dem geplanten Neubau liegt das Dekanatsgebäude. Auch dort sind Bauarbeiten geplant: Die Geschäftsräume und die Wohnung des Dekans werden renoviert und instandgesetzt, außerdem werden die Kunststoff- gegen Holzfenster ersetzt.

Grundriss des Neubaus

Saniert wird auch das Fachwerkhaus an der Ecke Cyllsgasse/Vorderes Eisfeld: Dort sollen zwei Wohnungen und zwei kleine Gästeappartements entstehen. In der angebauten Scheune wird ein Fahrstuhl installiert, denn die Wohnungen sollen barrierefrei zugänglich sein. Das gilt auch für die Wohnungen im Neubau: Dort wird es sogar einen Aufzug geben, der geräumig genug für den Liegendtransport ist.

Eine weitere Besonderheit beim Neubau ist, dass im Erdgeschoss des Gebäudes Garagen eingerichtet werden, so dass die Autos nicht in den schmalen Gassen geparkt werden müssen.

Vorteil aller Wohnungen seien die kurzen Wege, sagt Anke Lubenow vom Kasseler Architekturbüro Kreter Peters Lubenow, das sowohl den Neubau als auch die Instandsetzung des alten Fachwerkhauses betreut. „Supermärkte, Apotheke, Ärzte – alles ist fußläufig erreichbar“, betont Lubenow.

Wohnungen für Ältere geeignet

„Die Wohnungen sind so konzipiert, dass man lange darin wohnen kann“, erklärt Architekt Michael Kreter, dessen Kasseler Büro sowohl den Neubau als auch die Instandsetzung des alten Fachwerkhauses betreut. Die Wohnungen seien damit gut geeignet für ältere Melsunger, denen ihr eigenes Haus inzwischen zu groß sei und die gern in eine kleinere Wohnung ziehen wollten, sagt Ludwig Georg Braun. „Aber die Wohnungen kommen auch für junge Singles infrage.“ Er denke etwa an Menschen, die aus beruflichen Gründen neu nach Melsungen kämen und sich ersteinmal orientieren wollten. „Wir wollen Alt und Jung zusammenbringen“, sagt Braun. Deshalb soll im Hof, der zwischen den beiden Wohnhäusern liegt, ein gemeinsamer Garten angelegt werden.

Er soll von beiden Häusern, aber auch von der Straße aus zugänglich sein. Denn über den Garten gelangt man auch in die Kemenate, das älteste Steinhaus der Stadt, die für Besucher erreichbar bleiben soll.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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