Geld geht nach Fischbeck

Melsungerin sammelt 25.000 Euro für Flutopfer in Fischbeck

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Land unter: Dieses Foto der Dorfes Fischbeck in Sachsen-Anhalt entstand am 15. Juni. Nach dem Bruch eines Elbdammes wurden dort die Häuser geflutet.

Melsungen. "Ich bin noch immer ganz betroffen", sagt Gisela Witzel. Die Melsunger Geschäftsfrau hat in den vergangenen Wochen 25.000 Euro Spenden für die Opfer des Juni-Hochwassers gesammelt.

Nun steht fest, dass das Geld Menschen in Fischbeck in Sachsen-Anhalt erhalten sollen. Bei Fischbeck war im Juni der Deich gebrochen und hatte das ganze Dorf überschwemmt.

In der kommenden Woche will sie mit ihrem Sohn dort hinreisen, um sich ein Bild von der Situation zu machen. "Ich muss da jetzt hinfahren, um zu sehen, wer was am Nötigsten braucht", sagt die 78-Jährige. Die Kosten für die Anreise trägt sie selbst. Ihr sei es wichtig, dass jeder Cent bei den Betroffenen ankommt.

Chaotisch seien die Zustände in Fischbeck, habe man ihr am Telefon berichtet. Eigentlich, sagt Witzel, habe sie geplant, das Geld an eine Familie weiterzugeben, so wie 2002 als sie schon einmal für Flutopfer gesammelt hatte.

Das geht dieses Mal nicht, weil es in Fischbeck noch nicht einmal mehr eine Verwaltung gebe an die sie sich wenden könnte. Dennoch habe sie über einen Mitarbeiterin der evangelischen Kirche Kontakt zum Bürgermeister herstellen können. Dieser habe zugesagt, dass er sie bei ihrem Besuch unterstützen werde.

"Ich werde eine Ladung Schecks mitnehmen oder Dinge, die die Menschen dringend brauchen einfach kaufen", sagt die Geschäftsfrau. Für sie sei die Situation schwierig, weil sie den Spendern gern vor ihrer Reise konkret gesagt hätte, wer das Geld bekommen soll. "Das geht aber jetzt eben nicht anders", sagt Gisela Witzel. "Aber eines ist klar, ich gebe das Geld nicht aus der Hand." Sie wolle selbst entscheiden, wer unterstützt wird und das Geld ohne Umwege dort hinbringen.

Natürlich könne weiterhin gespendet werden, sagt Witzel. Mit dem Finanzamt habe sie eine Regelung gefunden, die es möglich macht, um über den Melsunger Partnerschaftsverein Spendenquittungen auszustellen, falls Spender das wünschten.

Von Barbara Kamisli

Kontakt: Wer Gisela Witzel bei ihrer Aktion unterstützen will, kann unter dem Stichwort: Hochwasser Geld auf das Spendenkonto 1020007249 bei der Kreissparkasse Schwalm-Eder (BLZ 52052154) einzahlen. Für Fragen steht Gisela Witzel unter Tel. 05661/4686 zur Verfügung.

Quelle: HNA

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